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Botschaften schikanieren binationale Paare

■ Vorwurf der Eheschließungsverhinderung an deutschen Botschaften im Ausland

Frankfurt/Main (taz) – Die Interessengemeinschaft der mit Ausländern verheirateten Frauen e.V. (IAF) hat gestern in Frankfurt/ Main schwere Vorwürfe an die Adresse der deutschen Botschaften vor allem in schwarzafrikanischen und asiatischen Ländern – aber auch etwa in Rumänien – erhoben. In den Auslandsvertretungen der BRD würden Eheschließungen zwischen Deutschen und Ausländern „systematisch verhindert“, sagte IAF-Bundesgeschäftsführerin Sabine Kriechhammer- Yagmur: „Immer mehr binationale Paare sind dort den Schikanen und der Ignoranz von Sachbearbeitern ausgesetzt.“

In den Botschaften würden die für Eheschließungen erforderlichen Legalisierungen ausländischer Dokumente entweder „verschleppt“ – „oder es werden an diesen Verwaltungsakt immer wieder neue Bedingungen geknüpft“, so die IAF-Geschäftsführerin.

So warten etwa der Asylbewerber Henry aus Nigeria und Martina aus Hamburg seit 17 Monaten auf die Legalisierung der von Henrys Anwalt zur deutschen Botschaft in Lagos verschickten Dokumente des heiratswilligen Afrikaners. Eigentlich wollten Henry und Martina schon heiraten, als ihre Tochter Rosi „unterwegs“ war. Heute ist Rosi bereits ein Jahr alt – „und wir sind immer noch nicht verheiratet, weil die deutsche Botschaft die Papiere nicht zurückschickt“ (Martina).

Die IAF legte gestern Dokumentationen über weitere Fälle vor. So lehnte etwa die deutsche Botschaft in Algier die Erteilung eines Visums für Deutschland für einen seit zwölf Jahren mit einer Deutschen verheirateten Algerier ab. Die bislang in Algerien lebende Familie (vier Kinder) wollte nach Deutschland übersiedeln. Kommentar der Botschaft an die deutsche Antragstellerin: „Da Sie selbst für Ihre Familie weder über ausreichenden Wohnraum verfügen noch aus eigener Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten können, würde der Aufenthalt Ihres Mannes zwangsläufig Kosten für Sozialleistungen verursachen.“ Die Botschaft schlug der Antragstellerin anschließend vor, doch bitte schön ohne ihren Mann nach Deutschland überzusiedeln. Vielleicht bekomme der Algerier dann ein Visum zum Zwecke der Familienzusammenführung – vielleicht.

Für Sabine Kriechhammer- Yagmur steht fest, daß es „einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Asyldebatte hier und den Schikanen der Botschaften im Ausland“ gebe. Vorher seien „diese Dinge“ alle problemlos und auch zügig abgewickelt worden. Entsprechende Anfragen der IAF an das Auswärtige Amt in Bonn, so Kriechhammer-Yagmur, seien allerdings bis heute nicht befriedigend beantwortet worden. Klaus-Peter Klingelschmitt

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