Bombenexplosion bei Alexandria

Zwei Anschläge auf Kopten in Ägypten

Bei einer Feier zu Palmsonntag sollen laut Staatsmedien 21 Menschen nahe Kairo getötet worden sein. Kurz darauf explodierte eine Bombe in Alexandria .

koptische Christen stehen trauernd um einen Sarg

Erst im vergangenen Dezember trauerten Kairos Kopten um Opfer eines Anschlags Foto: dpa

KAIRO/ATHEN/ALEXANDRIA dpa/afp/epd | Wenige Stunden nach dem Anschlag auf Christen im ägyptischen Nildelta mit mehr als 20 Toten hat es einem Medienbericht zufolge eine weitere Explosion vor einer Kirche in Alexandria gegeben. Nach Angaben eines Korrespondenten des Staatsfernsehens gab es nahe der Markuskirche in der Küstenstadt mehrere Verletzte. Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Die ägyptische Regierung spricht nach der verheerenden Explosion in einer Kirche in der nördlichen Stadt Tanta von Terror. „Der Terrorismus trifft Ägypten erneut, dieses Mal an Palmsonntag“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Ahmed Abu Seid, am Sonntag auf Twitter. Es sei eine weitere widerwärtige Tat gegen alle Ägypter.

Nach dem Bombenanschlag in der koptischen Kirche St. Georg war die Zahl der Toten dem Staatsfernsehen zufolge auf 21 gestiegen. 50 Menschen seien verletzt worden, berichtete der Sender unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten und machen etwa zehn Prozent der 90 Millionen Einwohner Ägyptens aus. Die Minderheit sieht sich immer wieder gewaltsamen Angriffen ausgesetzt.

Papst besucht Ägypten Ende April

Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich ein Selbstmordattentäter während einer Sonntagsmesse in der koptischen Kirche St. Peter und Paul in Kairo in die Luft gesprengt. Etwa 30 Menschen wurden damals getötet. Es war der schwerste Anschlag auf die koptische Gemeinde in Ägypten seit dem Anschlag auf eine Kirche in der Küstenstadt Alexandria, bei dem am Neujahrstag 2011 mehr als 20 Menschen getötet worden waren.

Papst Franziskus wird Ägypten am 28. und 29. April besuchen. Dabei will er auch seine Solidarität mit den Kopten zum Ausdruck bringen.

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