: Bewährung für Hamadi?
■ Vorzeitige Haftentlassung möglich
Bonn (dpa) – Für einen der beiden in Deutschland verurteilten Hamadi-Brüder erscheint eine vorzeitige Freilassung möglich. Ali Abbas Hamadi, wegen Sprengstoffbesitz und Geiselnahme zu 13 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, könnte im August 1993 entlassen werden. Sein Bruder Mohammed Ali Hamadi wurde wegen Entführung eines US-Flugzeuges und der Ermordung eines Passagiers zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Der Fall wurde von ihrem Familienclan im Libanon zu politischen Erpressungsversuchen benutzt, als Bonn 1992 die Freilassung der deutschen im Libanon festgehaltenen Geiseln Thomas Kemptner und Heinrich Strübig zu erreichen versuchte. Im Fall von Ali Abbas kann nun unter der sogenannten Halbstrafenregelung der Strafprozeßordnung (StPO) dessen Haftstrafe überprüft und nach Verbüßung der Hälfte – August 1993 – zur Bewährung ausgesetzt werden. Als deutscher Staatsbürger dürfte er nicht abgeschoben werden. Theoretisch könnte auch die lebenslange Haft gegen Mohammed Ali bei sofortiger Abschiebung ausgesetzt werden. Für ihn wurde aber von unterrichteter Seite gestern eine Sonderregelung ausgeschlossen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen