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Bettenwechsel im Paznauntal

■ Tirol gedenkt der Lawinenopfer, und Hoteliers sehen in die Zukunft

Innsbruck (AP/taz) – Mit dem Läuten der Kirchenglocken und einem Gottesdienst in der Stiftskirche St. Wilten ist gestern in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck der 38 Toten des Lawinenunglücks von Galtür gedacht worden. In Tirol herrschte offiziell Trauer. Nur der als „Schneekönig von Ischgl“ bekannte Hotelier Günther Aloys wollte sich nicht ganz an die Anordnung halten: Er hofft nach der Lawinenkatastrophe im Paznauntal auf zusätzliche Touristen.

„Wir müssen jetzt das Positive herausstellen. Das heißt: Es gibt wieder einen Winter. Das ist ein tolles Zukunftssignal“, sagte Aloys in der Münchner Abendzeitung. „Die Leute wollen in die Hölle, und sie lieben Ischgl, weil es Spaß und Entertainment gibt, keine Tristesse und Wehmut.“ „Wenn am Ende in den Köpfen übrigbleibt, daß es in Ischgl bebt und kracht, dann ist das doch toll“, sagte Aloys. Ein Ort mit Events eben.

Tatsächlich. Während gerade das letzte noch vermißte Opfer – ein zehnjähriges Mädchen – geborgen wurde, rollten am Wochenende schon wieder Tausende von Urlaubern zum „Bettenwechsel“ in die Skigebiete. Fünf Tage nach der Lawinenkatastrophe von Galtür zeichnete sich dabei erstmals eine leichte Entspannung der Lawinensituation ab. Zahlreiche Straßensperren in Österreich un der Schweiz wurden aufgehoben. Kleinere Lawinen gingen im schweizerischen Wallis nieder.

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