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Besuch beim Tierarzt„Tiere sollten nicht leiden“

Ein Besuch beim Tierarzt kann einem kranken Haustier helfen. Doch wenn es zu krank ist, muss man sich auch verabschieden können, findet unser Kolumnist.

Ein Besuch beim Tierarzt Illustration: Christian Specht

C hristian Specht, Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich für mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in den Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung im Vorstand der Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet (un)regelmäßig den „Specht der Woche“

Heute sind wir beim Tierarzt. Ein Hund geht gerade mit einer Frau rein. Manche Hunde haben Angst vorm Tierarzt, zum Beispiel vor den Spritzen oder auch davor, auf die Liege zu springen. Außerdem können Hunde nicht sagen, wenn ihnen etwas wehtut, oder auch, wo es genau weh tut. Sie können nicht sagen, dass sie etwas nicht wollen. Das ist schwierig. Manchmal gibt es große Probleme beim Tierarzt. Manchmal müssen sie einem dort ganz schlechte Nachrichten überbringen.

Sie sagen, dass sie dem Hund nicht mehr helfen können, dass man ihn einschläfern muss. Das ist auch für die Halter ganz traurig. Unser Hund musste auch eingeschläfert werden. Er war so alt, dass der Tierarzt nicht mehr helfen konnte. Aber wenn ein Tier sich nur noch quält, dann finde ich, sollte es erlöst werden. Tiere sollten nicht leiden. Ich musste aber immer rausgehen, wenn wir mit dem Hund beim Tierarzt waren. Ich konnte es mir einfach nicht mit ansehen.

Auch weil die Hunde eben oft Angst haben. Manche müssen deswegen auch Maulkorb tragen, damit sie den Arzt nicht beißen können. Wenn ich Tierarzt wäre, ich hätte keine Lust darauf, Schlangen zu behandeln. Oje. Das kommt mir gefährlich vor. Außerdem weiß ich nichts über sie. Bestimmt könnte ich nicht richtig helfen. Und ich will ja auch generell kein Tierarzt sein: Wenn Tiere leiden, dann tut mir das viel zu sehr selbst weh.

Protokoll: Johannes Drosdowski

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Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich   für mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in   den Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung   im Vorstand der Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet   (un)regelmäßig den „Specht der Woche”. Mehr von Christan Specht gibt es   auf seiner Homepage (s. Button).
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