: Besetzung in Kleinmachnow beendet
■ Polizei vertreibt Jugendliche aus leerstehendem Häuschen
Kein Kaffeekränzchen mehr bei Schönbohms in Kleinmachnow. Die Potsdamer Polizei hat gestern mittag in dem von Rückgabeverfahren geplagten Örtchen ein Haus geräumt. Die BesetzerInnen seien erkennungsdienstlich behandelt worden. So ließen es jedenfalls die acht BesetzerInnen mitteilen. Die Polizei hingegen stritt dies ab. Die Ordnungshüter hätten lediglich eine Handvoll junger Leute zum Verlassen des Hauses aufgefordert. Die Jugendlichen hätten sich widerspruchslos getrollt und das seit Jahren leerstehende Haus wieder verlassen, das nahe dem Domizil des Berliner Innnensenators Jörg Schönbohm liegt. Eine Vertrauensperson der Besetzer erklärte, die zwölf Jugendlichen hätten erst vorletzten Freitag ihr neues Heim in Kleinmachnow betreten, ein seit Jahren verlassenes Gebäude, in dem es schon keine Scheiben mehr gab. Die BesetzerInnen hätten zuvor in der Charlottenburger Marchstraße gewohnt. Das bislang letzte besetzte Haus Westberlins war geräumt worden.
„Wir rücken Schönbohm immer mehr auf die Pelle“, meinte eine Vertrauensperson der BesetzerInnen. Es gebe noch ein zweites besetztes Haus in Kleinmachnow, das aber einige Straßenzüge entfernt liegt. Die Potsdamer Polizei gab an, sie könne das Inbeschlagnehmen des Häuschens in Kleinmachnow durch Unberechtigte nicht dulden – egal ob es schon lange ungenutzt sei oder nicht. Es habe zudem „Beschwerden aus der Nachbarschaft“ gegeben. Die Vertrauensperson der BesetzerInnen widersprach dem: Die jungen Leute hätten gut mit den Nachbarn kooperiert. cif
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 360 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen