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Beschlagnahmter TankerSanktionen sind besser als Militäraktionen

Kommentar von

Mathias Brüggmann

Wladimir Putin ignorierte bislang alle Friedensverhandlungen und Kompromisse. Jetzt muss er mit weiteren Sanktionen gegen sein Land rechnen.

Ignorierte bislang alle Kompromisse: Russlands Präsident Wladimir Putin, hier am 24. Dezember im Kreml in Moskau Foto: Mikhail Metzel/Sputnik/reuters

D as Entern eines unter russischer Flagge fahrenden Öltankers durch die US-Küstenwache ist ein starkes Zeichen. Es reiht sich ein in die Ankündigung des republikanischen Senators Lindsey Graham, dass US-Präsident Donald Trump jetzt die vom Senat gewollten verschärften Russland-Sanktionen unterstütze.

Das Beschlagnahmen von Schiffen der Schattenflotte, mit denen Russland und – wie im jüngsten Fall – Iran und Venezuela westliche Sanktionen unterlaufen wollen, ist ein erster entschlossener Schritt. Trump macht klar, dass er Finanzströme der autokratischen Regime in Moskau, Teheran und Caracas austrocknen will. Harte Sanktionen, die auch durchgesetzt werden, sind besser als Militärinterventionen. Und auch ökologisch angesichts völlig veralteter und unversicherter Schiffe richtig. Bei allen Fehlern und Alleingängen Trumps ist die Konsequenz, mit der er gegen diese Regime vorgeht, ein Beispiel, dem Europa folgen sollte. Denn ewiges Lamentieren und Verurteilen durch die EU bringt nichts. Der Kreml pfeift darauf.

Der Versuch, die beschlagnahmte „Marinera“ durch Aufnahme ins russische Schiffsregister – ohne die vorgeschriebenen Inspektionen des aufnehmenden Landes – zu schützen, war ein Taschenspielertrick. Er wurde konsequent durchkreuzt. Trump, der sich immer wieder in Verhandlungen für einen Waffenstillstand in der Ukraine auf Seite des Kreml-Herrschers gestellt hatte, scheint der Geduldsfaden gerissen zu sein.

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Auch wenn der Weg lang war, scheint die Erkenntnis gekommen, dass Wladimir Putin mit klaren Ansagen und Härte begegnet werden muss, wenn es Frieden in Europa geben soll. Putin hatte Zeit für einen Kompromiss. Jetzt muss er mit Sanktionen erzwungen werden. Mit Sanktionen, die notfalls auch auf hoher See durchgesetzt werden: gegen Russland, Venezuela (dessen Präsidenten ja auch die EU nicht anerkannt hatte) und Irans Mullahregime, das immer härter versucht, die Massendemonstrationen niederzukartätschen. Ihnen muss die Lebensader Öl abgeschnitten werden.

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1 Kommentar

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  • Zitat: "Putin hatte Zeit für einen Kompromiss. Jetzt muss er mit Sanktionen erzwungen werden. Mit Sanktionen, die notfalls auch auf hoher See durchgesetzt werden."

    Mal eine grundsätzliche Frage zur Gültigkeit von Sanktionen, die der Autor aber gar nicht anspricht: Ich habe mal gelernt, dass die Reichweite von nationalen Gesetzen an der Staatsgrenze endet. Es sei denn, ein völkerrechtliches Abkommen erlaubt ausdrücklich etwas anderes, z.B. die ausschließliche Wirtschaftszone im UN-Seerechtsübereinkommen, oder es existiert ein Beschluss des UN-Sicherheitsrates. Inwiefern sind US-Sanktionen außerhalb der USA überhaupt gültig und militärisch legal durchsetzbar? Es gab mal einen Einsatz gegen Piraterie vor der Küste Somalias, aber jetzt kapern die USA Tanker in der Karibik und im Atlantik, tun also im Grunde dasselbe wie damals die somalischen Piraten. Der Autor befürwortet das offenbar trotzdem, doch was würde er dazu sagen, wenn China oder Russland westliche Tanker mit Verweis auf chinesische und russische Gesetze kapern würden? Gilt nicht mehr das Völkerrecht? Gilt nicht mehr gleiches Recht für alle? Gilt stattdessen "legal, illegal, scheißegal"?