: Bei den Pantoffeltierchen
Beim Solo-Duo-Tanzfestival ist man im Zweifelsfall lieber allein als gemeinsam einsam
Der Mensch, meinen manche, ist sowieso nur Monade. Ein hochkomplexes Pantoffeltierchen, gut, aber eben doch: Einzeller. Sich selbst genug. Genug am eigenen Körper tragend. Genug darin findend, das in Auseinandersetzung mit sich selbst wieder anderen mitgeteilt werden kann. Eine Person auf der Bühne reicht weit. Kommt eine zweite dazu, werden gleich andere Räume geöffnet. Solo. Duett. Mehr aber nicht. Das Prinzip des Solo-Duo-Tanzfestivals, das bis zum 1. Dezember nun zum dritten Mal im Theater am Halleschen Ufer stattfindet. Eine international besetzte Vergewisserung im intimen Rahmen, in dem heute die beiden Ballerinen Margaret Illmann und Bettina Thiel Rückschau auf ihr Tänzerleben halten – in einer Choreografie von Christoph Winkler, der in „Lebenslang“ wissen will: Wie erinnert sich ein Tänzer, was bedeutet getanztes Leben? Grundsätzliche Fragen, die in einer Großgruppe eben kaum zu diskutieren sind.
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