Beachvolleyballerin über Comeback: „Wieder mehr Energie“

Die Olympiasiegerin Kira Walkenhorst erzählt, wie sie nach langer Pause mit neuer Partnerin in die Beachvolleyball-Elite zurückkehren will.

Beachvolleyballerin Walkenhorst baggert einen Ball

Zufrieden mit den Fortschritten: Kira Walkenhorst bei der Deutschen Meisterschaft im Einsatz Foto: Agentur 54 Grad/imago

taz: Frau Walkenhorst, am Dienstag startet in Lettland eine Beachvolleyball-EM und Sie sind zurück im Geschäft, aber nicht dabei. Wie geht es Ihnen damit?

Kira Walkenhorst: Ach, mir geht es ganz gut damit. Es ist einfach ein sehr, sehr schwieriges Jahr, schon vor Corona war für mich eigentlich klar, dass ich nur national zurückkommen werde. Um zu gucken, ob mein Körper die sportliche Belastung aushält. Es war klar, dass ich international nicht angreifen würde – aber ich freue mich, dass es überhaupt eine EM gibt.

In den drei möglichen Turnieren lief es sehr gut für Sie und Ihre neue Partnerin Anna-Lena Grüne. Sie haben sich auf Anhieb für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert und sind dort bis ins Viertelfinale gelangt.

Genau. Natürlich merke ich, dass ich durch die Coronapause drei, vier Monate nichts machen konnte. Wir mussten unsere drei Kinder zu Hause betreuen, die Kitas waren ja zu. Ich bin noch nicht wieder topfit, bei den Deutschen Meisterschaften hat mir im dritten Spiel des Tages die Kraft gefehlt. Das ist natürlich schade, aber insgesamt bin ich mit meiner Leistung, mit unserer Team-Leistung, mit der Steigerung, die wir in der kurzen Zeit mit drei Turnieren gezeigt haben, absolut zufrieden.

Immerhin haben Sie Ihre Rio-Partnerin Laura Ludwig mit Margareta Kozuch einmal geschlagen und im Viertelfinale der DM am Rande einer Niederlage gehabt.

Ja, wir hatten den zweiten Sieg gegen Laura mit zwei Matchbällen auf der Hand. Aber in diesem Jahr darf man das auch nicht so hoch werten. Alle konnten nicht durchtrainieren. Ich freue mich einfach über unsere eigenen Leistungen, wir haben es in sehr kurzer Zeit geschafft, sehr ansehnlich zu spielen.

Haben Sie noch Chancen auf Tokio 2021?

Definitiv nicht. Für die Qualifikation muss man entsprechende Punkte gesammelt haben – bis zu den Spielen gibt es gar nicht mehr genug Turniere.

Sie und Laura Ludwig galten als kongeniales Paar. Sie haben zusammen das Maximale erreicht. Jetzt sind Sie Gegnerinnen. Wie ist das?

Wir sind als totale Außenseiter in diese Spiele gegen Laura und Maggie rein. Da ist es für mich mit einer sehr jungen Partnerin, die sehr talentiert ist und mehr als ihre Leistung abgerufen hat, natürlich eine leichtere Ausgangsposition.

Wie funktioniert eine Partnerschaft im Beachvolleyball?

Das ist komplett unterschiedlich. Laura und ich kannten uns davor gar nicht und haben im Laufe der Zeit festgestellt, dass wir sehr unterschiedlich sind. Anna-Lena kannte ich vorher auch nicht, zudem sind wir vom Alter her ein Stück auseinander, da haben wir abseits des Sports nicht direkt viele Anknüpfungspunkte. Man muss nicht beste Freundinnen sein, um gut zusammen Beachvolleyball zu spielen.

Anna-Lena Grüne haben Sie auf Umwegen gefunden.

Eigentlich hatte ich mein Comeback mit einer anderen Partnerin geplant, aber dann kam Corona. Die Kitas waren zu und ich musste mich mit um unsere Kinder zu kümmern.

Dann haben die Kitas wieder geöffnet und Sie haben über die sozialen Medien verbreitet: Hallo, Beachvolleyball-Olympiasiegerin sucht neue Partnerin.

29, wurde mit Laura Ludwig 2016 Olympiasiegerin, 2017 Weltmeisterin. Im Januar 2019 zog sie sich wegen körperlicher Probleme vom Leistungssport zurück.

Ja. (lacht) Ich habe über den Verband angefragt, aber auch in den sozialen Medien ein Update gepostet. Der Nachwuchs-Bundestrainer hat das gesehen und mir Anna-Lena Grüne empfohlen. Mit ihr hat es nicht nur Spaß gemacht, im Sand zu stehen. Sie ist auch eine Spielerin, die es, glaube ich, noch ganz, ganz weit bringen kann.

Das heißt, Sie steuern jetzt zusammen die Olympischen Spiele 2024 in Paris an?

Darüber sprechen wir erst nach dem Saisonende. Ich bin wieder schmerzfrei und habe einen ganz anderen Energielevel. Ich liebe diesen Sport, den ich zu meinem Beruf machen konnte. Daher ist Paris 2024 für mich auf jeden Fall ein Ziel.

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