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BVGSpekulationen über teurere Tickets

BVG-Chef will Preis für Fahrscheine erhöhen. Die Verkehrssenatorin weist Forderung energisch zurück.

Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hat in ungewöhnlich deutlicher Form Spekulationen des Chefs der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Andreas Sturmowski, über mögliche Fahrpreiserhöhungen zurückgewiesen. Der BVG-Chef sollte gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg Vorschläge für eine Weiterentwicklung des Tarifsystems erarbeiten, erklärte die Senatorin am Donnerstag. Sturmowskis Äußerungen in der Berliner Zeitung, er könne sich eine Erhöhung des Preises für den Einzelfahrschein von 2,10 auf 2,30 Euro vorstellen, seien "schädlich", kritisierte Junge-Reyer.

Es seien "persönliche Äußerungen", die nicht geeignet seien, das Vertrauen der Kunden nach dem monatelangen Streik im Frühjahr zurückzugewinnen. "Ich erwarte deshalb verantwortliches Handeln von Herrn Sturmowski und dass er sich an die mit uns getroffenen Absprachen hält", forderte die Senatorin.

Sturmowski hatte Fahrpreiserhöhungen mit den drastisch gestiegenen Kosten für die BVG begründet. Für den deutlich teureren Dieselkraftstoff müsse das Unternehmen in diesem Jahr mit rund 102 Millionen Euro 10 Millionen Euro mehr ausgeben. Zudem macht der Tarifabschluss der hochverschuldeten BVG zu schaffen. Anfang Mai einigte sie sich mit der Gewerkschaft Ver.di auf durchschnittliche Gehaltssteigerungen von 4,6 Prozent, was das Unternehmen über zwei Jahre 28,3 Millionen Euro zusätzlich kostet.

BVG-Sprecher Klaus Wazlak lehnte eine Stellungnahme zu den Äußerungen des BVG-Chefs ab. Sturmowski hatte den Zeitpunkt offengelassen: 1. Januar oder 1. April 2009. Wenn die Preise bereits zu Jahresanfang erhöht würden, könnte die Steigerung moderater ausfallen, sagte er. Zuletzt waren die Fahrpreise zum 1. April um durchschnittlich 1,58 Prozent erhöht worden.

Junge-Reyer wies darauf hin, dass die BVG nur im Verbund mit dem VBB eine Tarifsteigerung beantragen könne. Ein solcher Antrag liege nicht vor. Auf mehr Verständnis kann die BVG bei Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hoffen. Der BVG-Aufsichtsratsvorsitzende hatte schon im Tarifkonflikt betont, eine so deutliche Steigerung der Personalkosten werde zu höheren Fahrpreisen führen. Seine Sprecherin Kristina Tschnett bestätigte am Donnerstag diese Linie. Wenn die Kosten für die BVG so stiegen, müssten sie an anderer Stelle entweder eingespart oder die Einnahmen gesteigert werden.

Die Grünen-Verkehrsexpertin Claudia Hämmerling verlangte, dass die BVG mehr Fahrgäste gewinnen müsste, statt schon wieder die Fahrpreise zu erhöhen. Gerade jetzt sei die Gelegenheit günstig, weil viele Menschen wegen der hohen Benzinpreise auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen wollten.

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