: Autonomie missachtet
Hongkongs römisch-katholische Kirche kritisiert Bevormundung durch chinesische Regierung
PEKING rtr ■ Die Führung der katholischen Kirche in Hongkong hat Chinas Regierung Einmischung in ihre Angelegenheiten vorgeworfen. Sie habe in die Religionsfreiheit eingegriffen, indem sie von der Kirche eine zurückhaltende Behandlung der Heiligsprechung von 120 chinesischen Märtyrern durch den Papst am Sonntag verlangt habe, beklagte Bischof Joseph Zen gestern in der Hongkonger Zeitung Ming Pao.
Die Achtung der Religionsfreiheit gilt als ein Kriterium für die Zusage der chinesischen Regierung, sich nach Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie 1997 für die nächsten 50 Jahre nicht in deren innere Angelegenheiten einzumischen. Die Forderungen aus Peking erinnerten an die politische Verfolgung unter Mao Zedong, sagte Zen. Peking hatte die Heiligsprechung als Glorifizierung des Imperialismus verurteilt.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen