Aus Alt mach Neu: Die Flipflops
Wegwerfen, weil nicht mehr im Trend? Nicht nötig, solange es gute Ideen und eine Brotschneidemaschine gibt, weiß die Tochter unseres Autors.
W as machst du da?“ Ich sehe Flora mit großen Augen an. „Flipflops mit Plateausohlen sind diesen Sommer nicht mehr in“, sagt sie „Aber …“ „Ich mag meine trotzdem noch. Pastellgrün und Meerblau. Das sind doch schöne Farben.“ „Du willst …?“ Ich deute auf unsere Brotschneidemaschine. Flora nickt. „Ist das ein Tiktok-Trend?“ „Nein, habe ich mir selber überlegt.“ „Pass bloß auf deine Finger auf. Das sieht gefährlich aus.“ „Keine Sorge. Es gibt doch diese Plastikschutzschiene.“ Sie legt den Flipflop auf den Gleitschlitten, stellt die Dicke ein und schneidet eine Scheibe ab.
„Hm.“ Sie begutachtet den Flipflop von allen Seiten. „Was?“, frage ich. „Er ist noch zu hoch.“ Sie legt ihn wieder auf den Gleitschlitten, verstellt die Dicke ein wenig und schneidet eine zweite Scheibe ab. „Jetzt“, sagt sie zufrieden. Wie kommt man auf so eine Idee? „Und nun der zweite“, sagt sie.
„Den musst du auf exakt die gleiche Höhe schneiden“, sage ich. „Sonst läufst du wie ein Tisch, der wackelt.“ „Bekomme ich hin“, sagt sie. Und schneidet vom zweiten Flipflop auch zwei Scheiben ab. Ich trete zu ihr. Sie hält die Flipflops nebeneinander.
„Nicht schlecht. Präzise wie eine Chirurgin.“ Ich streiche mit den Fingern über die Sohlen. „Profil haben die jetzt aber nicht mehr.“ Flora zuckt leicht die Schultern. „Ich schmirgel sie einfach ein paar Mal übers Skateboard. Dann haben sie wieder Grip.“ Meine Tochter, denke ich stolz. Hat für alles eine Lösung.
„Und die sind für dich.“ Sie nimmt zwei abgeschnittene Flipflopstullen aus der Brotauffangschale. „Was soll ich damit?“, frage ich irritiert. Sie nimmt sie mir aus der Hand und schlägt sie gegeneinander. Es gibt ein lautes, knallendes Geräusch. „Fürs Stadion. Union kann doch Unterstützung gebrauchen.“ Verblüfft sehe ich sie an. Aber warum nicht? Der Gedanke gefällt mir: Flipflopstullen als Stimmungsverstärker in der Alten Försterei. Alleinstellungsmerkmale mochte ich schon immer.
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