: Auf zur Tour de Trance!
In der Ufa-Fabrik darf man bei einem kleinen Gnawa-Festival die Musik hören, die bereits Brian Jones mächtig verzückte
Als Brian Jones bei seiner Marokko-Reise im Jahr 1968 an den Ausläufern des Rif-Gebirges auf die Meistermusiker von Joujouka traf, da war es um ihn geschehen: Die tranceartigen Klänge der doppelfelligen Trommeln und die klagenden Melodien der Ghaita, einer Doppelrohrblattpfeife, zogen ihn in ihren Bann. Schnell hatte sich der Rock-Musiker entschieden, die Klänge der Meistermusiker, deren Schirmherr jahrhundertelang der marokkanische König gewesen war, auf Platte zu bringen. So entstand das skurille „Pipes of Joujouka“-Album, das, mit psychedelischen Effekten versehen, ein rauschhaftes Bild marokkanischer Musik zeichnete. Jahrelang blieb „Pipes of Joujouka“ die einzige Platte mit marokkanischer Musik, die man im Westen kaufen konnte.
In den letzten Jahren haben nicht nur Musiker wie Bill Laswell und Talvin Singh die Mitarbeit des berühmtesten Berber-Ensembles gesucht. Und in Marokko selbst gibt es inzwischen Festivals für Gnawa-Musik, wie die traditionelle Zeremonienmusik der mystischen Bruderschaften der Gnawi, der Nachfahren schwarzer Sklaven aus der Subsahara, genannt wird, wie auch immer mehr Gnawa-Musiker im Westen ein Publikum finden. Mit dem Mini-Festival „Trance Maroc“ präsentiert die Ufa-Fabrik nun zwei herausragende Ensembles: Gnawa Sidi Mimoun aus Casablanca, die sich mit dem dreisaitigen Guembri-Bass, mit Metallkastagnetten und großen Trommeln in religiöse Verzückung spielen. Sie werden Teile ihrer Zeremoniemusik und rhythmische Tänze vortragen. Auch Gnawa Halwa aus Marrakesch werden in Liedern und Tänzen die Geister beschwören. Das Ritual soll unter anderem helfen, Krankheiten zu heilen.
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