: Auf der Insel des Lächelns: Böse Mienen im Rakugo-Theater
Was ist nur aus der japanischen Gelassenheit geworden? Auf der Insel des Lächelns hat ein schlafender Theaterbesucher für grimmige Gesichter gesorgt. Er war direkt vor der Bühne eingenickt, wo sich gerade ein Komiker alle Mühe gab, ihn und das übrige Publikum mit traditionellem Rakugo-Sprechtheater zu amüsieren. Anfangs habe der Künstler den Affront noch mit Humor genommen: „Schaut mal, da schläft ja jemand.“ Als derlei Weckversuche jedoch nicht fruchteten, fand der Komiker das hartnäckige Schlummern seines Gastes gar nicht mehr komisch und brach die Aufführung ab. Auch den Veranstalter brachte der Vorfall aus der Fassung: Er schmiß den mittlerweile aufgewachten Kunstbanausen aus dem Theater. Doch nun gibt es ein böses Erwachen: Da er sich seines Rechtes auf einen Theaterbesuch beraubt sieht, hat der Mann den Veranstalter jetzt auf 100.000 Yen (1.400 Mark) Schadensersatz verklagt.Abb.: taz-Repro
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen