: Auf den Ossi kommt es an!
■ Betr.: Präsident. Gesucht: Dirigent?
Dresden (AP/dpa) – Helmut Kohl hat seine Absicht bekräftigt, eine Persönlichkeit aus den neuen Ländern für die Wahl des nächsten Bundespräsidenten vorzuschlagen. In der ARD-Sendung „Fakt“ sagte der Kanzler, dies sei „wichtig für das menschliche Miteinander im vereinten Deutschland“. Nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts ist angeblich der Dirigent Kurt Masur Favorit der CDU für die Nachfolge Richard von Weizsäckers. Die Union wolle den 66jährigen Leiter des Leipziger Gewandhausorchesters und Chefdirigenten der New Yorker Philharmoniker für eine Kandidatur gewinnen. Derzeit würden Gespräche mit Masur geführt. Die CDU könnte ihren Kandidaten auf dem Bundesparteitag am 12. September benennen. Das Kanzleramt hat eine Stellungnahme dazu abgelehnt.
Kohl begründete sein Eintreten für einen Kandidaten aus den neuen Ländern mit den Worten, ein Ostdeutscher habe einen anderen Erfahrungshintergrund, der dem Zusammenwachsen Deutschlands förderlich sein könne. Ein Westdeutscher, auch der von der SPD ins Gespräch gebrachte nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau, verfüge über diese Erfahrungen nicht. Neben Masur ist auch der sächsische Justizminister Steffen Heitmann als CDU-Kandidat im Gespräch.
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