: Auf Wiedersehen, Schalti
Liebe Sekunde wird immer in Erinnerung bleiben
Am 15. Oktober 2026, um 8.30 Uhr (UTC+2/Mitteleuropäische Sommerzeit) beginnt im französischen Versailles die Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM). Dann werden wir wieder von etwas Liebgewonnenem Abschied nehmen müssen. Als wären nicht genug herzenswichtige Dinge inzwischen verschwunden – wie gelbe Telefonzellen oder Pril-Blumen, wie Treets oder Sunkist im dreieckigen Karton. Alles hin und weg und längst im Nirvana, die es zwar noch gibt, aber ohne Kurt Cobain. Welt, du bist ein einziger ewiger Verlust! Und jetzt erwischt es bei den internationalen Zählern und Wiegern unsere kuschelige Schaltsekunde. Seit dem 1. Januar 1972 gab es „Schalti“, wie wir sie immer liebevoll nannten. An diesem Tag wurde das System der Koordinierten Weltzeit (UTC) in seiner heutigen Form eingeführt. Denn zwischen der hochpräzisen Atomzeit und der unregelmäßigen Erdrotation trat gern eine Differenz von einer Sekunde auf. Die erste echte Einfügung war am 30. Juni 1972, als die allererste zusätzliche Sekunde im laufenden Betrieb eingeschoben wurde zwischen 23:59:59 Uhr und 23:59:60 Uhr UTC. Aber die Erde ist schneller geworden, und die Schaltsekunde zum Innehalten braucht es nicht mehr, heißt es. Schalti, wir werden dich vermissen.
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