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Atomkraft jetzt mit Mobilfunk

■ Jahresbilanz der RWE-Energie AG: Wachsender Gewinn mit Strom und Investitionen in die Telekommunikation

Essen (dpa) – Die alten Konzerne teilen den neuen Markt auf. Nach der Veba hat nun auch die RWE angekündigt, sie wolle in das Telekommunikationsgeschäft einsteigen. Die neue Sparte wird bei der Energie-Tochter angesiedelt. Im Jahr 2000 soll die RWE Energie AG in diesem Bereich einen Umsatz von rund einer Milliarde Mark erzielen, sagte gestern deren Vorstandsvorsitzende Dietmar Kuhnt vor der Presse. Etwa 1,5 Milliarden sind für Investitionen in das neue Geschäft verplant, die Übernahme der bisher zur Preussag AG gehörenden Mobilfunk GmbH (Umsatz: 400 Millionen Mark) stehe „unmittelbar bevor“.

Das nötige Kleingeld wird im angestammten Geschäftsfeld verdient. Strom ist wieder gefragt. Sogar im soeben abgelaufenen Krisen-Geschäftsjahr 1993/94 stieg der Absatz um 1,7 Prozent auf 123,6 Milliarden Kilowattstunden, für das laufende Geschäftsjahr erwartet Kuhnt, daß die Nachfrage wegen der wieder anziehenden industriellen Produktion noch weiter wachsen werde. An Preiserhöhungen sei daher daher zur Zeit nicht gedacht.

Die Gewinne werden auch so steigen. Kuhnt freut sich schon heute auf das Auslaufen des Kohle-Jahrundertvertrages zu Ende 1995. Nach diesem Zeitpunkt werde die RWE auch die deutsche Steinkohle nur noch zu Importkohlepreisen einkaufen. Der Solidaritätszuschlag für die Kumpel entfällt, der Kostenvorteil schlage dann jährlich mit rund 800 Millionen Mark zu Buche. Aber auch die leidigen Atomkraftwerke verbessern die Bilanz. Insgesamt konnten im vergangenen Jahr die Kosten der Stromerzeugung um 100 Millionen Mark gesenkt werden, ausschlaggebend für diesen Spareffekt sei vor allem der „vermehrte Einsatz der Kernergie“ gewesen, sagte Kuhnt.

Der Umsatz des Unternehmens erhöhte sich um 0,4 Prozent auf 16,6 Milliarden Mark. Krisenbedingt sank das Ergebnis aus der „gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ vor Steuern um 121 Millionen Mark auf 881 Millionen Mark. Die Muttergesellschaft hatte darunter nicht zu leiden. Die Energie- Tochter führte 281 Millionen Mark an den RWE-Konzern ab – 26 Millionen Mark mehr als im Vorjahr.

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