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Atomenergie"Abschalten jetzt!"

Und noch eine Störung: Am Mittwoch wurde ein Leck im Turbinenbereich des Atomkraftwerks Krümmel entdeckt. Die Nord-Grünen fordern konkrete Auflagen für den Vattenfall-Konzern.

Mitarbeiter im Kraftwerk Krümmel stellten am Mittwoch ein Leck an einem Entlüftungsstutzen im Turbinenbereich fest. Das etwa zwei Millimeter große Loch wurde an einem Stutzen der Vorwärmanlage entdeckt, teilte Betreiber Vattenfall gestern Abend mit. Erhöhte Radioaktivität sei nicht gemessen worden. Der Stromkonzern meldete den Schaden der Atomaufsicht als "Meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N" (Normal). Es wurde auf der internationalen Skala als INES 0 eingeordnet, also unterhalb der Abstufungen von 1 bis 7. Die Vorwärmanlage ist Teil des Wasser-Dampf-Kreislaufs in dem Kraftwerk. Das schadhafte Stück soll ausgetauscht und alle vergleichbaren Stutzen untersucht werden.

Nach den Pannen im Atomkraftwerk Krümmel wird der Stromkonzern Vattenfall der Aufsichtsbehörde in Kiel voraussichtlich an diesem Freitag einen Zwischenbericht vorlegen. Das teilte ein Sprecher des Sozialministeriums am Donnerstag mit. In dem Bericht sollen alle bisher bekannten Vorfälle in der Anlage zusammengefasst werden. Im schwedischen Atomkraftwerk (AKW) Ringhals, das ebenfalls zum Vattenfall-Konzern gehört, wurden die Alkoholkontrollen verstärkt, nachdem es außerhalb des Werksgeländes einen Zwischenfall mit betrunkenen Bauarbeitern gegeben hatte.

Der Umweltverband BUND will den Energiekonzern Vattenfall wegen der Pannen im Atomkraftwerk Krümmel anzeigen. Es bestehe der Verdacht, dass das AKW nicht ordnungsgemäß betrieben werde, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Freitag in Kiel mit.

Die Grünen in Schleswig-Holstein verlangen nun von der Reaktoraufsicht konkrete Auflagen für den Betreiber Vattenfall. Mit der Losung "Abschalten jetzt!" in Sprechchören und auf Transparenten untermauerte die Landtagsfraktion am Freitag in Kiel vor Beginn einer Parlamentsdebatte über die Zwischenfälle ihre Forderungen. Der Umweltverband BUND kündigte für Freitag Strafanzeige wegen "Verdachts des nicht vorschriftsmäßigen Betriebs des AKW Krümmel" an. Die mangelhafte Sicherheitskultur des Unternehmens sei eine Gefahr für Millionen Menschen, hieß es. (dpa/ap)

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