afrikapolitik

Merkel kanzelt ab

Konferenz der Staaten des „Compact with Africa“ tagt in Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat afrikanische Länder zu mehr Rechtsstaatlichkeit und einem transparenteren Finanz- und Steuersystem ermuntert. Das werde auch mehr deutsche Investitionen bringen, sagte Merkel am Dienstag bei einer Investorenkonferenz im Rahmen der G20-Initiative „Compact with Africa“ in Berlin.

Zur Konferenz sind viele Staats- und Regierungschefs nach Berlin gekommen. Am Compact with Africa sind zwölf afrikanische Länder beteiligt: Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, die Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Tunesien und Togo. Die Konferenz wurde 2017 unter der deutschen G20-Präsidentschaft ins Leben gerufen. Ziele sind bessere Bedingungen für Handel und Investitionen sowie eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“. Das Entwicklungsministerium hat mit Tunesien, Ghana und der Elfenbeinküste sogenannte Reformpartnerschaften geschlossen, weitere sollen mit Senegal und Äthiopien unterzeichnet werden; mit Marokko steht die Einigung kurz bevor.

Es sei in Afrika einiges in Bewegung gekommen, aber es seien auch noch viele Probleme zu lösen, sagte Merkel und nannte terroristische Herausforderungen in der Sahelzone sowie das Bevölkerungswachstum. Afrikanische Länder hätten sich mit der afrikanischen Freihandelszone eine sehr anspruchsvolle Agenda gegeben; nun müsse der Übergang geschaffen werden zu einem sich selbst tragenden Wirtschaftsaufschwung.

Nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium haben sich die deutschen Direktinvestitionen in Afrika seit 2015 mehr als verdoppelt, auf 1,94 Milliarden Euro 2018. Doch „vielfach verhindern hohe Bürokratiehürden, Korruption oder Sicherheitsfragen, dass deutsche Unternehmen den ersten Schritt nach Afrika überhaupt wagen“, sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer. (dpa)