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Scherf: Jetzt nicht

CDU würde die Gewoba für Tenever-Sanierung verkaufen

Der Vertreter der Gewoba staunte nicht schlecht, als Bürgermeister Henning Scherf bei der Sitzung der Stadtteilgruppe Tenever am Mittwochabend auftauchte und erklärte, „im Laufe des Septembers“ werde es eine Lösung zur Finanzierung des Sanierungsprojektes Tenever geben. Darauf warten die Betroffenen nun schon viele Jahre. 30 Millionen Euro will der Senat beisteuern, darauf beruht die Kalkulation der Gewoba. Woher das Geld kommen soll, dass wollte Scherf noch nicht verraten. Es gebe „interne Vorschläge“, die mit dem Koalitionspartner noch beraten werden müssten.

Dies wird nötig sein. Denn am Tag vor dem Scherf-Besuch in Tenever hatte der baupolitische Sprecher der CDU, Helmut Pflugradt, in der Osterholzer Beiratssitzung erklärt, die 30 Millionen Euro müssten aus Vermögensveräußerungen finanziert werden. „Schulden aufnehmen, um Häuser abzureißen – das wäre merkwürdig“, begründete er diese Position. Wenn die SPD zum Verkauf der Gewoba „nein“ sagen würde, dann müsse sie sagen, was verkauft werden soll.

Scherf hatte den Gewoba-Verkauf nicht grundsätzlich abgelehnt. Derzeit sei der Immobilienmarkt so, dass man nur schlechte Preise erzielen könne, hatte er argumentiert.

Bisher hat die Stadt von ihren Gewoba-Anteilen erhebliche Pakete bei der staatlichen BIG „geparkt“. Nach diesem Modell könnten weitere Gewoba-Anteile an die Tochterfirma BIG verkauft werden. Der Kredit würde dann auf die BIG-GmbH laufen. K.W.

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