Anschlag in Ägypten: Explosion vor italienischem Konsulat

Anwohner werden in Kairo von einer Explosion aus dem Schlaf gerissen. Ein riesiges Loch klafft in der Fassade des italienischen Konsulats. Eine Autobombe wird vermutet.

Das italienische Konsulat in Kairo nach dem Anschlag

Das italienische Konsulat in Kairo ist durch die Explosion schwer beschädigt worden. Foto: reuters

KAIRO ap/dpa | Bei einer Explosion vor dem italienischen Konsulat in Kairo ist am Samstagmorgen mindestens ein Mensch getötet worden. Mindestens vier weitere wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten. Die Ursache der Explosion war zunächst unklar. Nach Angaben eines Beamten prüften Ermittler, ob es sich um eine Autobombe handelte. Trümmer eines Wagen lagen in der Gegend verstreut.

Aus anderen Quellen hieß es, ein Unbekannter habe von einer angrenzenden Brücke eine Bombe auf einen Wagen geworfen. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Das Gebäude im Zentrum der ägyptischen Hauptstadt wurde stark beschädigt. An einer Seite waren mehrere Stockwerke zerstört, in der Fassade klaffte ein Loch. Weil Wasserleitungen barsten, gab es Überschwemmungen in der Umgebung. Ein Konsulatsmitarbeiter sagte der Nachrichtenagentur AP, das Haus sei geschlossen gewesen. Von den Beschäftigten sei niemand verletzt.

Das nordafrikanische Land erlebt seit Monaten immer wieder Terroranschläge, die die Regierung islamistischen Extremisten zuschreibt. Ende Juni war der ägyptische Generalstaatsanwalt Hischam Barakat bei einem Bombenanschlag im Kairoer Vorort Heliopolis getötet worden.

Die Explosion am Samstag traf eine der belebtesten Kreuzungen in der ägyptischen Hauptstadt, eine Hauptverkehrsstraße vom Ramses-Platz zum Zentrum. Selbst am frühen Morgen und auch im muslimischen Fastenmonat Ramadan herrscht dort in der Regel dichter Verkehr mit Autos, Minibussen und Fußgängern.

Die Polizei sperrte den Umkreis des Konsulats ab, wo sich nach der Explosion eine Menschenmenge ansammelte. Mehrere ausländische Journalisten wurden kurz von Polizisten vor Ort festgehalten, dann aber wieder freigelassen.

In der vergangenen Woche starben fast 120 Menschen bei Angriffen islamistischer Extremisten auf Posten der Armee und anschließenden Gefechten auf der Sinai-Halbinsel getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu den Anschlägen.

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