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Algeriens Staatschef ruft zu Versöhnung auf

■ Dialog gescheitert / Außenminister deutet Gesprächsbereitschaft mit FIS an

Algier/Tunis/Bonn (dpa/AFP) Angesichts der andauernden Auseinandersetzungen mit radikalen Islamisten hat Algeriens Staatschef Liamine Zéroual den Gegnern seiner Regierung Versöhnung angeboten, wenn sie von Gewaltanwendung ablassen. Gegen Terrorismus werde sich der Staat jedoch weiterhin zur Wehr setzen, heißt es in einer Stellungnahme des Präsidenten, die von seinem Sprecher am Sonntag laut Radio Algier nach einer dritten Konsultationsrunde über die noch in diesem Jahr geplante Präsidentenwahl bekanntgegeben wurde.

Für die Wahl kann Zéroual kaum mit der Unterstützung der Parteien rechnen, wie zum Abschluß der dritten Runde des Nationalen Dialogs deutlich wurde. Als letzte von 15 Parteien hatte der Staatspräsident am Samstag eine Delegation der „Nationalen Konstitutionellen Sammlungsbewegung“ (RNC) empfangen. Die RNC ist ein Bündnis kleinerer Parteien und wird von Mohamed Cherif Taleb geleitet. Dieser sprach sich für eine Versöhnungskonferenz aus, bei der „alle politischen Strömungen“ vertreten sein müßten. Eine Beteiligung der verbotenen Islamischen Heilsfront (FIS) fordern auch die beiden größten legalen Parteien des Landes, die Nationale Befreiungsfront (FLN) und die Front der Sozialistischen Kräfte (FFS).

Der algerische Außenminister Mohamed Salah Dembri deutete unterdessen die Bereitschaft seiner Regierung zu einem Dialog mit der FIS an. „Ich glaube, daß alle politischen Richtungen des Landes in das Vorhaben einer Verteidigung des Pluralismus und der Mehrparteiendemokratie einzubeziehen sind“, sagte Dembri in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auf die Frage, ob Anhänger der verbotenen FIS an den geplanten Präsidentschaftswahlen teilnehmen könnten, wiederholte Dembri eine Grundforderung der Regierung, nämlich den völligen Gewaltverzicht der Kandidaten.

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