piwik no script img

■ AUSNAHMEZUSTAND VERHÄNGTAlgeriens Junta läßt die Maske fallen

Berlin (taz) - Für Algeriens neue Machthaber hat die Stunde der Wahrheit geschlagen. Vier Wochen nach dem kalten Militärputsch hat die Junta am Sonntag abend den Ausnahmezustand für die Dauer von zwölf Monaten verfügt und das Verbot der Islamischen Heilsfront (FIS) angekündigt. In der staatlich gegängelten Presse wurde diese Maßnahme mit einem „Aufstandsversuch“ der FIS gerechtfertigt — eine eklatante Verdrehung der Tatsache, daß die Repression der Putschisten die jüngsten, blutig niedergeschlagenen Proteste der Islamisten überhaupt erst hervorgerufen hatte. Die neuen Bestimmungen erlauben den Machthabern, Ausgangssperren zu verhängen und Internierungslager einzurichten. Die FIS, die kurz vor einem Wahlsieg stand, sieht sich jetzt der zweiten großen Repressionswelle in diesem Jahr ausgesetzt. In ganz Algerien war gestern die Lage zunächst ruhig. Für den Abend war eine Fernsehansprache des Vorsitzenden des Hohen Staatsrates, Mohammed Boudiaf, angekündigt. SEITE 3

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen