Al-Dschasira-Moderator Ahmed Mansur: Der angefeindete Anchorman

Mansur wurde als Kriegsreporter bekannt und hat über 20 Bücher publiziert. In den Augen der ägyptischen Justiz arbeitet er für den falschen Sender.

Handys werden in Richtung Ahmed Mansur gehalten

Pflegt selbst einen konfrontativen Interviewstil: Ahmed Mansur. Foto: ap

Ahmed Mansur ist eines der bekanntesten Fernsehgesichter der arabischen Welt. Beim arabischen Fernsehsender al-Dschasira moderiert der Ägypter die Interviewsendung „Bi la Hudud“ (Ohne Grenzen). Doch Mansur, der am Samstag auf Geheiß der ägyptischen Behörden auf dem Flughafen Berlin-Tegel festgenommen worden war und am Montag wieder freikam, ist in seinem Heimatland zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er soll an der Folterung eines Anwalts in den Tagen des Aufstands gegen den damaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak beteiligt gewesen sein.

Mansur bezeichnet die Vorwürfe als „fabriziert“. Tatsächlich sieht sich die ägyptische Justiz derzeit eher als einen Racheengel gegen Muslimbrüder, als dass sie ihrer Verpflichtung zu rechtsstaatlichen Verfahren nachkommt. Al-Dschasira gilt den Behörden dabei als gefährliches Sprachrohr der Islamisten.

Der 52-jährige Ahmed Mansur wurde in einem Dorf im östlichen Nildelta geboren. Nachdem er zunächst in den 1980er Jahren als Verleger gearbeitet hatte, zog er in die arabischen Emirate und begann für verschiedene arabische Publikationen als Korrespondent in Pakistan tätig zu werden. Von 1987 bis 1990 berichtete er aus Afghanistan, dann war er als Reporter im Bosnienkrieg eingesetzt. Wirklich bekannt wurde Mansur aber erst, als er 2004 für al-Dschasira aus dem irakischen Felludscha berichtete. Mansur hat über 20 Bücher publiziert.

Mansurs Sendung „Ohne Grenzen“ ist bekannt für ihre sensationalistischen Einspieler, Mansur selbst für seinen konfrontativen Interviewstil und seine oft kontroversen Gäste. Erst vor Kurzem machte er mit einem Interview mit dem Chef der Nusra-Front in Syrien Schlagzeilen. In Berlin war Mansur, um Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zu interviewen.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de