: Akten sprechen gegen VW
■ Erste Belege für Industriespionage
Hamburg (dpa) – Im Ermittlungsverfahren wegen Industriespionage gegen das VW-Vorstandsmitglied Jose Ignacio López soll es erste Beweise geben. Nach Informationen des Spiegel hat die Darmstädter Staatsanwaltschaft Belege gefunden, die den Verdacht gegen den von General Motors zum Wolfsburger Konzern gewechselten Manager erhärten. Vertreter von Staatsanwaltschaft und den Automobilkonzernen wollten dazu nicht Stellung nehmen.
VW-Sprecher hatten behauptet, die in der ehemaligen Wiesbadener Wohnung des VW-Managers Jorge Alvarez Aquirre gefundenen Unterlagen der General- Motors-Tochter Opel seien keinesfalls geheim. Dagegen steht nach Angaben des Nachrichtenmagazins nun fest, daß es sich um streng vertrauliche Dokumente über eines der geheimsten Projekte des Rüsselsheimer Automobilherstellers handelt. Die Unterlagen sollen detaillierte Angaben über einen neuen Opel-Kleinwagen enthalten, der Ende dieses Jahrzehnts auf den Markt kommen soll. Der geplante Opel-Mini (internes Kürzel O-Car) stelle nach Ansicht von Opel-Entwicklungschef Peter Hanenberger einen „Quantensprung“ in der Automobilentwicklung dar und könnte dem Unternehmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil sichern.
Auch Lopez hatte in den vergangenen Wochen wiederholt vom „Willen, Quantensprünge bei VW zu realisieren“, gesprochen. So plant VW, eine auch zunächst von General Motors in Lopez' baskischer Heimat in Nordspanien vorgesehene Produktionsanlage zu errichten. Dort sollen laut Lopez Autos „zu niedrigen Kosten und Preisen“ produziert werden. In diesem Zusammenhang sprach der VW- Manager vom „preiswertesten Auto der Welt“.
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