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Agrarministerin will Käfige legalisierenBundesrat schiebt Sauerei

Die Länderkammer kann sich nicht einigen: Eine Entscheidung über Sauen, die noch 17 Jahre in enge Gestelle gesperrt werden sollen, ist verschoben.

afp/ |taz | Die am Freitag geplante Abstimmung über neue Vorgaben für die Schweinehaltung im Bundesrat ist kurzfristig abgesetzt worden. Die Verordnung könne auf Antrag eines Landes oder der Bundesregierung in einer der nächsten Sitzungen beraten werden, erklärte der Bundesrat. Dies könne frühestens am 13. März geschehen.

Die geplanten Änderungen der Tierschutz- und Nutztierhaltungsverordnung sind umstritten – vor allem das Einsperren von Sauen in engen Kastenständen beim Ferkeln.

Der entsprechende Verordnungsentwurf von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) streicht die Vorschrift, dass die Tiere ihre Beine im Liegen ausstrecken können müssen. Erst nach einer Übergangsfrist von bis zu 17 Jahren müssten danach diese „Kastenstände“ genannten Käfige ein bisschen größer sein als bislang üblich und die Zeiten der Tiere darin verkürzt werden.

Laut einem vom Bundesverwaltungsgericht bestätigten Urteil des Oberverwaltungsgerichts Sachsen-Anhalt von 2015 ist die Kastenstandhaltung nur unter strengen Auflagen hinsichtlich der Mindestgröße und der Bewegungsfreiheit für die Schweine zulässig.

Tierschützer begrüßen Verschiebung

Dies wird in der von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) geplanten Verordnung jedoch nur mit Abstrichen umgesetzt. Der Agrarausschuss des Bundesrates hatte sich für zahlreiche Nachbesserungen ausgesprochen.

Tierschutzverbände begrüßten die Verschiebung der Entscheidung über die Abstimmung: „Dass Ministerin Klöckner mit ihrem rechtswidrigen Verordnungsentwurf nicht einfach durchmarschieren konnte, ist ein sehr gutes Zeichen und zeigt, wie kontrovers und wichtig das Thema ist“, sagte Rüdiger Jürgensen der Tierrechtsorganisation Vier Pfoten.

Die Verschiebung sei „auch dem breiten Protest der Tierschutzorganisationen zu verdanken. Die Länder müssen jetzt die Zeit nutzen und hart verhandeln“, betonte Jürgensen.

Dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts müsse entsprochen werden. Jürgensen: „Es ist nicht zu fassen, dass den Sauen sogar das ungehinderte Ausstrecken verwehrt werden soll. Unsere Sicht ist klar: der Kastenstand verstößt gegen das Tierschutzgesetz und unsere Verfassung. Er gehört verboten!“

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8 Kommentare

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  • bärin

    Und ab in den Supermarkt und Fleisch der Tierwohlkategorie 1 in den Wagen laden - gibt ja eh kaum anderes. Und man weiss das auch, wie die Tiere "produziert" werden - wenn man es denn wissen will. Und es steht sogar dran. Toll. Was geht in Leuten vor, die sowas kaufen?

    Aber es ist ja soooo schön billig. Ach, Sie können sich nichts anderes leisten? Dann lassen Sie es doch einfach im Laden liegen.

    Aber das sind doch nur Schweine . . .



    Merke: alle Sätze, die mit "es sind ja nur" anfangen, darf man sich schenken. Immer. Raten Sie mal, warum.

  • Rufus

    Was kann Verbraucher tun? Bio Qualität kaufen!



    Wie bekommt Verbraucher mehr Geld? (Linke) Qualität wählen!

  • Henrique Maurer

    Dass die Agrar- und Fleischlobby in Deutschland stark ist, zeigt bereits ein Blick auf die nackten Zahlen: Deutschland war 2018 der international fünftgrößte Fleischexporteur und zweitgrößter bei Schweinefleisch.

    Die Haltungsbedingungen der deutschen Masttiere ist zu häufig eine einzige Sauerei!

    • Günter Witte

      @Henrique Maurer:

      Hallo Henrique Maurer,



      ihre Aussagen sind leider ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen, es werden nämlich in Deutschland bedeutend mehr Landwirtschaftliche Produkte Importiert als Exportiert. Hier ein Link, ist zwar viel zu lesen, aber vielleicht hilft es ihnen.



      www.bmel.de/Shared...ob=publicationFile

  • Christina de Havilland

    Hallo taz,

    „Vier Pfoten“ ist keine Tierrechts-, sondern eine Tier“schutz“organisation, da sie sich lediglich für Verbesserungen in der „Nutztier“haltung einsetzt.