: Ärger im Alltag? Rhododendron noch mal!
Veenendaal (epd) – Der niederländische „Bund gegen das Fluchen“ gibt nicht auf. Auch in diesem Jahr versucht er hartnäckig, seinen Landsleuten das beliebte „God verdomme“ abzugewöhnen. „Wir sollen Gottes Namen nicht mißbrauchen“, sagt Rijk van de Poll, der Direktor des Bundes. In Veenendaal bei Utrecht ist die Zentrale des Bundes. Von hier aus führen van de Poll und vier Mitarbeiter den Kampf gegen die nationale Sünde des Fluchens. Poster, Aufkleber, Bierdeckel, Broschüren und ein Papagei als Markenzeichen sind die Mittel. „Sei kein Papagei – Fluch nicht“, fordern große Poster auf allen Bahnhöfen die Reisenden auf. „Ein Fluch ist kein Volltreffer“ heißt die Kampagne in Fußballstadien. Und auf einer Kinderpostkarte bibbert ein Pinguin: „Von Fluchen wird mir kalt.“ Als Fluch-Alternative empfiehlt der Bund die Formel „Rhododendron“, die sich allerdings bisher nicht durchsetzen konnte.
Von den Aktionen der 21 Anti- Fluch-Kommandos im ganzen Land finden manche allerdings nicht den Beifall der Zentrale in Veenendaal. So klagte der Bibliothekenverband in Gelderland, daß fromme Leser mit literarischen Flüchen kurzen Prozeß machten und sie einfach aus den Büchern kratzten. Das gehe zu weit, beschied man in Veenendaal und druckte kleine Warnschilder: „Achtung dieses Buch enthält Flüche!“
Nur noch 460 – dann sind wir 50.000
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen