■ Abgesegnet: Ulbricht als Richter
Berlin (dpa) – Die SED-Führung hat offenbar Todesurteile bereits vor Beginn der Gerichtsverhandlungen abgesegnet. Im Rechtsbeugungsprozeß gegen die ehemalige DDR-Richterin Helene Heymann verlas die 27. Große Strafkammer des Berliner Landgerichts gestern eine SED-Hausmitteilung aus dem Jahr 1955 an den damaligen Ersten Stellvertreter des Staats- und Parteichefs, Walter Ulbricht. Darin wurde die Todesstrafe für den kurz darauf wegen Spionage verurteilten Joachim Wiebach vorgeschlagen und von Ulbricht mit „Einverstanden“ unterzeichnet. Die 77jährige Diplom- Juristin, die an sechs Todesurteilen für angebliche Spione und Saboteure beteiligt war, hatte nach eigenen Angaben keine Kenntnis über diese Vorgänge.
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