piwik no script img

Abgefahrener Zug

Frauenkampf ohne Bier bei Luxemburgs

Durch eine Verkettung zumindest undurchsichtiger Umstände landeten wir am Dienstag auf der Website der Rosa-Luxemburg-Stiftung, auf der eine Veranstaltung an der Ruhr-Universität Bochum beworben wurde: „feminist futures II: Feministisch vergesellschaften“. Bei der am 25. September 2026 stattfindenden „Tagung“ beziehungsweise „Konferenz“ gehe es um die „Themenbereiche Geschlechterverhältnisse, Kapitalismus-Analyse, Commons / Soziale Infrastruktur, Demokratischer Sozialismus, Feminismus“. So weit, so gut im Frauenfrauen-Wesen. Aber dann fiel unser Auge auf die nebenstehende Werbung für „Ähnliche Veranstaltungen“, mit der eine „Exkursion“ nach Hamburg unter dem Titel „Der Zug ist abgefahren und Bier gibt’s auch keines mehr“ angepriesen wurde. Und wo liegt die Ähnlichkeit zur feministischen Analyse der Geschlechterverhältnisse? Ist dort längst auch der Zug abgefahren? Oder gibt’s bei Frauenfrauen kein Bier mehr? Und wenn der Zug nach Hamburg längst weg ist, warum wird er dann noch bei Luxemburgs beworben? Fragen über Fragen, die wir bei einer kurzfristig einberufenen Konferenz unter dem Titel „beer futures I“ mit einem kraftvollen Zug Bier letztgültig zu klären versuchen. Prost allen abgefahrenen Frauenkämpferinnen!

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen