: 600 Stühle im Nirgendwo
Absurdes Theater in Bocholt bleibt krass absurd
Ein „Theater ohne Sessel“ lässt der Nachrichtenagentur dpa keine Ruhe. „Über 600 Bocholter Theatersessel nicht wieder aufgetaucht“, meldete dpa schwerbeleidigt am Mittwoch. Dabei ist der ominöse Fall doch längst geklärt – durch die Wahrheit, die bereits im Mai über das abhanden gekommene Gestühl des städtischen Bühnenhauses Bocholt im Münsterland berichtet hatte (Die Wahrheit v. 21. 5. 2026). Eigentlich sollten die 600 roten Stühle bei einem Dienstleister neu aufgepolstert werden, doch dann waren sie einfach weg. Theatererfahren wie die Wahrheit ist, hatte sie das Rätsel schnell gelöst: Es handelte sich um eine bizarre Fortschreibung des absurden Theaterstücks „Die Stühle“ von Eugène Ionesco. Der berühmte Einakter, bei dem in einer Mischung aus Irrwitz und Trostlosigkeit am Schluss eine Unzahl von leeren Stühlen auf der Bühne steht, während sich die Hauptdarsteller aus einem Turmfenster stürzen. Alle, inklusive der dpa, aber wollen nun die Theatergeschichte umschreiben und wünschen sich sehnlichst ein banales Happy End wie in einem schnöden Hollywoodfilm. Das Bocholter Stuhltheater aber muss unbedingt absurd bleiben!
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