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5 dinge, die wir in der buchmessenwoche gelernt haben werden

1 Es wird weiterhin viel gelesenDie Uni Basel hat 6.427 Personen zu ihrem Leseverhalten befragt. Die Klage vom Niedergang des Lesens hat sich nicht bestätigt, schreiben die Forscher, sie ließ sich aber auch nicht ganz entkräften. Bei hoher Bildung gibt es nur 7 Prozent Nichtleser:innen, bei tiefer und mittlerer Bildung lesen rund 18 Prozent nie. Frauen lesen regelmäßiger als Männer. Wem als Kind nie vorgelesen wurde, liest heute zu 27 Prozent gar nicht. Bei häufigem Vorlesen sind es 8 Prozent.

2 Leser können sich verlaufen

Joachim Kaufmann wird sich solche Zahlen genau ansehen. Der 53-Jährige hat die Nachfolge von Jürgen Boos angetreten und hat somit seine erste Frankfurter Buchmesse als Chef vor sich. Traditionell ist Frankfurt eine Messe fürs Fachpublikum. Doch viele Deals werden längst im Internet abgewickelt, weshalb vermehrt schlicht Buchliebhaber als Gäste hofiert werden. Dieses Jahr wird für sie sogar das gesamte Messegelände umgebaut: Alle Publikumsverlage kommen schlenderfreundlich ins Erdgeschoss. Auch alte Messehasen müssen sich also ab dem 6. 10. neu orientieren, dann ist die Eröffnung.

3 KI ist ein prima Gesprächsthema

Viele Gespräche auf der Messe werden sich um künstliche Intelligenz drehen. Es ist derzeit das zentrale Thema in der Buchbranche. Der Schriftsteller Thélyson Orélien hat sich auf diesem zu erkundenden Neuland womöglich verirrt. Sein Roman „C’était ça ou mourir“ galt als Favorit für den Prix Goncourt, wurde aber als Kandidat gestrichen: KI-Verdacht. Aber wie schaffte er es auf die Liste? Juryversagen oder schreibt KI doch ganz gut? Fragen über Fragen.

4 Buchpreis ist Kandidatenstress

Beim Deutschen Buchpreis dagegen ist kein KI-Fall bekannt. Shida Bazyar mit „Die Lücken“ und Dana Vowinckel mit „Anton und Alma“ gelten als Favoritinnen, doch womöglich können sich die Ju­ro­r*in­nen auf keine der beiden einigen und eine der vier weiteren Shortlist-Kandidat*innen Franziska Gänsler, Valeria Gordeev, Elias Hirschl, Peggy Mädler kommt zum Zug. Die Verleihung findet am 4. 10. im Frankfurter Römer statt. Falls Hirschl, der lustige Tweets schreibt, gewinnen sollte, würde das Internet explodieren.

5 8,33 Euro sind nicht genug

Anders als beim Literaturnobelpreis (Verkündung am 8. 10.) gibt es für den Buchpreis keine offiziellen Wettquoten. Autorinnen, die nicht mit Stipendien bedacht werden, müssen also anderweitig zu ihrem Geld kommen. Aber wie? Selbst das Goethe-Institut, das doch weltweit Kultur fördern soll, zahlt Honorare weit unter dem Mindestlohn. Die Schriftstellerin Nora Bossong kam, wie sie soeben publik machte, auf 8,33 Euro die Stunde. „Wie viel ist Deutschland Kultur wert?“, fragt sie. Auch über diese Frage sollte man auf der Messe reden. (drk)