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5 dinge, die wir gelernt haben

1 Gerhard Schröder ist nicht neutral

Wer hätte das gedacht: Der frühere Nord-Stream-Lobbyist und noch frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder kommt für die meisten Europäer nicht als garantiert unparteiischer Vermittler zwischen Russland und der Ukraine in Betracht. Aber schön, dass wir mal wieder darüber geredet haben – für Wladimir Putin. Glückwunsch an den Kremlchef, der mit seinem „Vorschlag“ die immer gleichen Reflexe auslöste (Ralf Stegner und die Berliner Zeitung dafür, Agnes Strack-Zimmermann und Kaja Kallas dagegen), womit Putin erneut erfolgreich von seinen Verbrechen ablenkte, die er, wenn er denn wollte, sofort beenden könnte.

2 Donald Trump ist unberechenbar

Es wäre durchaus interessant zu wissen, was der US-Präsident im Nahen Osten plant, schließlich hängen davon nicht weniger als das Schicksal einer Region und die Weltwirtschaft ab. Doch während sein Militär in der Sackgasse von Hormus feststeckt, erklärte Trump: „Ich lege die Iraner mal zur Seite, und wir haben ein kleines Dinner“ – bei dem er seinen Vize J. D. Vance zum Wunschnachfolger ausrief. Also drehen sich die Weltnachrichten weiter ratlos im Kreis um Trumps widersprüchliche Andeutungen zwischen einem Totalrückzug und Irans Totalvernichtung.

3 Friedrich Merz ist unbeliebt

Für große Aufregung in Deutschland sorgten in dieser Woche die Buhrufe für den amtierenden Kanzler Friedrich Merz beim DGB, obwohl es viel überraschender gewesen wäre, wenn die GewerkschaftsbündlerInnen den schon immer verhassten Blackrocker gefeiert hätten. Aber anders als Vorvorvorgänger Schröder hat es Merz geschafft, sich schon vor konkreten Sozialkürzungen komplett unbeliebt zu machen. Nur für die taz bleibt der Kanzler unersetzlich, gerade weil er nicht aalglatt ist. Nichts kommt so gut an wie der x-te Merz-Scherz auf dem Titel. Ohne ihn gäb’s nur noch Trump, und das kann niemand wollen.

4 10 Downing Street ist ein ­Schleudersitz

Keir Starmer, der fünfte britische Premierminister seit dem Brexit vor zehn Jahren, ist bis Redaktionsschluss noch nicht zurückgetreten. Aber es sieht alles danach aus, dass sich nach den Tories auch Labour selbst zerfleischt und ausgerechnet dem Brexit-Erfinder Nigel Farage das Feld überlässt. Oh, Lord!

5 Der FC Bayern ist unschlagbar

Nichts ist langweiliger als der deutsche Fußball. Nach der Meisterschaft der Männer und der Meisterinnenschaft der Frauen hat der FC Bayern jetzt auch den DFB-Pokal der Frauen gewonnen. Doch es gibt Hoffnung: wenn Hannover 96 aufsteigt, also wieder gegen die Bayern spielt, und Gerhard Schröder als garantiert unparteiischer Schiedsrichter eingeteilt wird. (lkw)

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen