piwik no script img

5 dinge, die wir gelernt haben

1 Ein Wal verwandelt sich in einen Container

Am Dienstag ziehen Helfer Buckelwal Timmy mit Schläuchen in Richtung Barge: ein flaches Boot, mit dem er in die Nordsee transportiert werden soll. Für Timmy wurde es mit Sand und Wasser gefüllt, unter großem Jubel schwimmt er schließlich freiwillig hinein. Am Abend geht die Abschleppfahrt los. Genau verfolgen lässt sich das via Vesselfinder, einer Webseite zum Beobachten des Schiffsverkehrs. „Fortuna B“ ist der Name des Schlepperboots, „Robin Hood“ heißt sein Begleiter.

2 Ein britischer Monarch darf doch eine Meinung haben

König Charles machte bei US-Präsident Donald Trump eine Ansage und Werbung für die Nato. Doch eigentlich dürfen sich die Mitglieder des britischen Königshauses nicht politisch äußern. So war es Herzogin Kate bei einer Filmverleihung im Jahr 2018 untersagt, Schwarz zu tragen – der Dresscode für ein Statement gegen Misogynie. Das war allerdings noch zu Zeiten der Queen, die das Prinzip der meinungslosen Repräsentation sehr ernst nahm. Eine Ausnahme war ihr Anti-Brexit-Hut: 2017 verlas sie tradi­tionell das britische Regierungs­programm vor einer neuen Sitzungs­periode. Damals auf dem Zettel: der komplizierte Austritt aus der EU, an deren Flagge der Hut erinnerte. Genug über Politik, zurück zu Timmy.

3 Die Deutschen schaffen weg, was andere liegenlassen

Mittwochabend, 23 Uhr, im Großen Belt: Über die Meeresstraße zwischen den dänischen Inseln Fünen und Seeland schiebt sich etwa die Hälfte des Schiffsverkehrs zwischen Kattegat und südlicher Ostsee entlang. Und mittendrin die Deutschen, die an einer langen Leine ein Becken mit einem Wal hinter sich herziehen. Die Dä­n:in­nen lassen verlauten, sie würden ihn einfach liegengelassen.

4 Roboter wuchten Koffer

In japanischen Flughäfen übernehmen ab Mai testweise humanoide Roboter die Gepäckab­fertigung und die Flugzeugreinigung. Nachricht abgehakt, schnell wieder zu Timmy.

5 Die Zukunft ist leider nicht trackbar – oder doch?

Am Freitagmorgen ist Timmy zunächst kurz davor, die Nordspitze Dänemarks zu umrunden, mit einem ­Unterwassertracker als Souvenir. Doch dann! Schlechtes Wetter! Windstärke 6! Wellen! Das Schiff mit der Barge zieht Kreise vor Skagen! Wo er wohl sein wird, wenn diese Zeitung vor Ihnen liegt? Nordsee? Atlantik? Vor Skagen? Alles wohl besser als Island, denn dort würde man ihn eutha­nisieren, also sprengen. Den Vorschlag machten die Is­län­de­r:in­nen den Deutschen, als diese sie um Rat baten. Für die Dramaturgie der wochenlangen Timmy-Odyssee wäre das ein Ende, das knallt. (efi)

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 360 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen