30 Jahre nach Wiedervereinigung: Ex-Grenzstreifen wird Naturmonument
Einst wurde an der innerdeutschen Grenze geschossen. Nun leben auf dem Ex-Grenzstreifen seltene Tiere – und er wird Nationales Naturmonument.
Der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen wird Nationales Naturmonument. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wollen der Bund und die neun angrenzenden Bundesländer das knapp 1.400 Kilometer lange Grüne Band dauerhaft schützen.
Mit über 1.200 bedrohten Tier- und Pflanzenarten habe sich der ehemalige „Todesstreifen zu einer echten Lebenslinie“ entwickelt, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schule (SPD). Sie würdigte außerdem den Beitrag der Bürgerrechtsbewegung zum Umweltschutz: „Wesentliche Impulse für mehr Naturschutz in Deutschland kamen von der friedlichen Revolution in der DDR“.
Schulze rief zudem dazu auf, Ideen für die weitere Entwicklung des Bandes einzureichen. Für die Umsetzung stehen Mittel aus dem jährlich 14 Millionen Euro schweren Bundesprogramm „chance.natur“ zur Verfügung.
Der Schutz Nationaler Naturmonumente ist im Bundesnaturschutzgesetz festgelegt. Sie werden wie Naturschutzgebiete behandelt und sind laut Gesetz Gebiete, die wegen ihrer wissenschaftlichen oder historischen Bedeutung oder wegen ihr „Seltenheit, Eigenart oder Schönheit“ national von herausragender Bedeutung sind. Die Bundesländer Thüringen und Sachsen-Anhalt hatten ihre Anteile am Grünen Band bereits einem einheitlichen Schutz unterstellt.
Naturschutz in letzter Stunde
Im September 1990 hatte die DDR-Regierung in ihrer letzten Sitzung weite Gebiete geschützt. Fast fünf Prozent der DDR-Landesfläche, darunter auch Jagdreviere, Truppenübungsplätze und Freiflächen an der Grenze, wurden Schutzgebiete. Damit, so Schulze, sei das „Fundament für die Erfolgsgeschichte des Naturschutzes im vereinten Deutschland“ gelegt worden.
Für Brandenburgs ehemaligen Ministerpräsidenten Matthias Platzek (SPD) war die Maßnahme in letzter Stunde „ein echter Krimi mit gutem Ausgang“. Zur Zeit der Wende engagierte sich Platzek in der Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung sowie in der Grünen Liga. Er begrüßt, dass junge Leute in der Bewegung Fridays for Future aktuelle Probleme „globaler sehen“ als manche lokale Bürgerinitiative.
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