: 100 Tage keine Ruhe
Neues Wahrheit-Verbot: Irrsinniges Rekordnichts
Seit vielen, vielen Jahren verbietet die Wahrheit nutzlose Rekordversuche. Dazu gehören das Umrunden von Kontinenten in ungeeigneten Verkehrsmitteln, das schwimmende Durchqueren irgendwelcher Gewässer, aber auch das Besteigen von Riesenbergen durch Lahme, Blinde und Bekloppte. Zuletzt hatten wir einem polnischen Rekordirren verboten, mit seinem Rad einen der kältesten Orte der Erde in Sibirien anzusteuern. Prompt gab der Kaltradfahrer den Löffel ab. Jetzt hat ein weiterer Rekordwahnsinniger in Berlin zuzuschlagen: „100 Tage. Kein Ruhetag“, jubelte die Pressemitteilung eines Wettkampfveranstalters am Montag. Ein Fitnesscoach habe nach „100 Tagen täglicher Maximalbelastung“ einen „Weltrekord“ erzielt. Der 100-Tage-Tölpel sei 800 Kilometer gelaufen, habe 100.000 Meter auf dem Skigerät zurückgelegt, einen Gewichtsschlitten 5.000 Meter weit geschoben, ihn 5.000 Meter gezogen, sei 8.000 Mal weitgesprungen, habe 100.000 Meter gerudert, 10.000 Ausfallschritte mit Gewicht und 10.000 Kniebeugen mit Medizinball-Wurf getätigt. Bei einem 100 Tage währenden Totalausfall des Hirns. Denn wozu ist der Maximalirrsinn gut? Für nichts. In der Zeit hätte sich auch gut chillen lassen. Der geballte Rekordwahn gehört endgültig verboten.
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