+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Papst kritisiert anhaltende Angriffe auf die Ukraine
Papst Leo XIV. ruft zu Frieden und „Respekt vor den Völkern“ auf. Der US-Sondergesandte Witkoff kündigt weitere Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi an.
Papst Leo XIV. hat Russlands Kriegsführung gegen die Ukraine scharf kritisiert. „Auch in diesen Tagen wird die Ukraine von anhaltenden Angriffen heimgesucht, ganze Bevölkerungsgruppen sind dadurch der winterlichen Kälte ausgesetzt“, sagte er am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.
„Die Fortsetzung der Kampfhandlungen mit ihren immer schwerwiegenderen Folgen für die Zivilbevölkerung vertieft die Kluft zwischen den Völkern und rückt einen gerechten und dauerhaften Frieden in die Ferne“, mahnte Leo. Er verfolge die Ereignisse mit großer Trauer und sei in Gedanken und im Gebet bei den Leidenden. „Ich appelliere an alle, ihre Bemühungen zur Beendigung dieses Krieges weiter zu intensivieren.“
Ausdrücklich rief der Papst zum Friedensgebet für die Ukraine, den Nahen Osten und alle Regionen auf, „wo man sich leider für Interessen bekämpft, die nicht die der Menschen sind“, sagte Leo. „Frieden wird durch den Respekt vor den Völkern aufgebaut!“, unterstrich der Papst vor Tausenden Menschen auf dem Petersplatz. (kna)
Witkoff: Direkte Gespräche sollen fortgesetzt werden
In der kommenden Woche sind nach US-Angaben weitere Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Kriegs in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant. Zu den am vergangenen Freitag und Samstag abgehaltenen trilateralen Gesprächen zwischen Kiew, Moskau und Washington schrieb der US-Sondergesandte Steve Witkoff auf der Plattform X, diese seien „sehr konstruktiv“ gewesen. Es seien Pläne gemacht worden, „die Gespräche nächste Woche in Abu Dhabi fortzusetzen.“
Bei den Verhandlungen geht es darum, einen Weg zur Beendigung des von Kremlchef Wladimir Putin im Februar 2022 befohlenen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu finden. Russland fordert von der Ukraine für ein Ende der Gewalt die Abtretung von Gebieten sowie den Verzicht auf einen Nato-Beitritt und eine schlagkräftige Armee. Vor allem einen weiteren Rückzug aus den bislang nicht von russischen Militärs besetzten Gebieten hat die Ukraine abgelehnt. Die USA wollen als Vermittler beide Seiten zu Kompromissen bewegen. (dpa)
Selenskyj beschreibt Gespräche als konstruktiv
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die trilateralen Verhandlungen am Samstagabend als konstruktiv gelobt. Es seien Diskussionen über mögliche Parameter für ein Ende des Krieges geführt worden, teilte Selenskyj am Samstag mit. In Abu Dhabi hatten Vertreter der Regierung von US-Präsident Donald Trump erstmals gleichzeitig mit Unterhändlern aus der Ukraine und Russland verhandelt.
Alle Beteiligten hätten vereinbart, ihren Hauptstädten über jeden Aspekt der Verhandlungen Bericht zu erstatten und das weitere Vorgehen mit ihren jeweiligen Staatschefs abzustimmen, schrieb Selenskyj auf der Plattform Telegram. Die Militärvertreter hätten zudem Themen für ein mögliches nächstes Treffen identifiziert, das bereits in der kommenden Woche stattfinden könnte. Der ukrainische Präsident sagte, es herrsche Einigkeit darüber, dass die USA den Prozess zur Beendigung des Krieges überwachen und kontrollieren und echte Sicherheit gewährleisten müssten.
Die USA bestätigten, dass ihr Vermittler Steve Witkoff, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, Heeresminister Dan Driscoll und US-Luftwaffengeneral Alexus Grynkewich an den Gesprächen teilnahmen. Zum ukrainischen Team gehörten Verteidigungsratschef Rustem Umerow, Generalstabschef Andrij Hnatow und Präsidialamtsleiter Kyrylo Budanow. Die russische Delegation wurde nach Kremlangaben von Admiral Igor Kostjukow geleitet. (ap)
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