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+++ Nachrichten im Irankrieg +++Revolutionsgarden greifen Öltanker an

In der Straße von Hormus setzt Iran erneut einen Tanker fest. Trump kündigt „große Entscheidung“ an. US-Großbank ‌JP Morgan gibt Ölmarktprognose auf.

Staatsmedien: Irans Revolutionsgarden greifen Öltanker in Straße von Hormus an

Die iranischen Revolutionsgarden haben staatlichen Medien zufolge einen Öltanker in der Straße von Hormus angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete am Freitag, dass der unter der Flagge Togos fahrende Tanker „Trend“ bei der „illegalen Durchfahrt“ durch die strategisch wichtige Meerenge „angegriffen und festgesetzt“ worden sei. Zuvor war demnach an Bord ein Feuer ausgebrochen.

Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO meldete am Donnerstag einen „Sicherheitsvorfall in der Straße von Hormus“. Demnach ereignete er sich knapp 30 Kilometer nordöstlich der omanischen Küstenstadt Chasab. Angaben zu dem betroffenen Schiff machte die Behörde nicht, es war zunächst unklar, ob es sich um den von den Revolutionsgarden genannten Tanker handelte.

Die Straße von Hormus steht im Mittelpunkt des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Sie ist enorm wichtig für den weltweiten Handel mit Öl und Gas. Seit dem Beginn des Irankrieges Ende Februar durch US-israelische Angriffe auf die Islamische Republik hat Teheran die Meerenge weitgehend blockiert. Im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen. Schiffe müssen für die Durchquerung der Straße von Hormus eine Genehmigung vorlegen. Zudem will der Iran Gebühren für das Passieren erheben, was die USA und die Länder der Region jedoch ablehnen. (afp)

Südkorea: Keine militärische Einmischung in Nahost-Konflikt

Südkorea entsendet nach den Worten von Präsident Lee Jae Myung keine Truppen in ‌den Nahen Osten, die das Land in den Konflikt im Zusammenhang mit dem Irankrieg verwickeln könnten. Angesichts der militärischen Präsenz mehrerer Länder nahe der Straße von Hormus prüfe die Regierung jedoch, ob sie ihre Rolle beim Schutz der dortigen Schifffahrt ausweiten solle, sagt Lee ‌auf einer Pressekonferenz. Minimale Aktivitäten zur Sicherung südkoreanischer Wirtschaftsinteressen und Bürger seien möglich, erklärt er ⁠weiter. (rtr)

Rückgang beim Ölpreis setzt sich fort

Trotz der ‌unklaren Lage im ‌Konflikt im Nahen Osten sind die Ölpreise den dritten Tag in Folge gefallen. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligten sich am Freitag um mehr als 1 Prozent auf 103,29 beziehungsweise 100,76 Dollar je Fass. Seit Dienstag haben die Notierungen um jeweils rund 4,5 Prozent nachgegeben. „Die jüngsten Bemühungen zur Wiederherstellung der saudiarabischen Exportkapazitäten haben die unmittelbaren Versorgungsängste ‌etwas gemildert“, sagte Priyanka Sachdeva, Leiterin der Marktanalysen bei Phillip Nova.

Anfang der Woche waren die Ölpreise auf ein Viermonatshoch gestiegen, da Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz im Roten Meer das Ölgeschäft belasteten. Zudem musste Saudi-Arabien einige Lieferungen nach Europa stornieren, nachdem die wichtige Ost-West-Pipeline bei einem Drohnenangriff beschädigt worden war. Die Pipeline verläuft quer über die Arabische Halbinsel und diente zuletzt als Hauptroute für Öl aus dem Nahen Osten, da die Straße von Hormus im Zuge wegen des Irankrieges weitgehend blockiert ist. Berichte über ‌alternative Lieferwege für Ölexporte aus Saudi-Arabien entspannten die Situation zuletzt wieder etwas. (rtr)

Frachtraten von China in die USA steigen wegen Irankrieg rasant

Die Kosten für ‌den Transport von Seefracht zwischen China und der US-Ostküste sind infolge des Irankriegs rasant gestiegen. Die Preise für kurzfristige Buchungen auf dieser Route erreichten 10.948 Dollar pro 40-Fuß-Container, wie am Donnerstag aus Daten der Preisplattform Xeneta hervorging. Damit haben sich die Kosten seit Beginn des Konflikts am 28. Februar mehr als vervierfacht. Die Frachtraten auf dieser wichtigen Handelsroute lägen nur noch knapp unter dem Allzeithoch aus der Zeit der weltweiten Lieferkettenprobleme während der ‌Coronapandemie, sagte Xeneta-Chefanalyst Peter Sand. Im Januar 2022 war ein Rekordwert von 11.900 US-Dollar erreicht worden. Die Strecke von Shanghai nach New York gehört zu den meistbefahrenen und profitabelsten für globale Reedereien wie Maersk und Cosco.

Hintergrund der Entwicklung sind die stark gestiegenen Rohölpreise durch die Eskalation im Nahen Osten. Nachdem die USA und Iran Öltanker in der Straße von Hormus angegriffen und versenkt hatten sowie Saudi-Arabien eine wichtige Pipeline schließen musste, hat sich der Treibstoff für Containerschiffe deutlich verteuert. Der weltweite Durchschnittspreis für den von vielen Schiffen genutzten schwefelarmen Treibstoff stieg dem Fachdienst Ship & Bunker zufolge auf 901,50 Dollar pro Tonne. Am 27. ‌Februar hatte der Wert noch bei 543,50 Dollar gelegen, blieb am Donnerstag jedoch unter dem Höchststand vom 20. März von 1053 Dollar. Die Reedereien geben diese Mehrkosten über Zuschläge an ihre Kunden weiter.

Dass der Pandemierekord angesichts ⁠der steigenden Treibstoffzuschläge übertroffen wird, könne nicht ausgeschlossen werden, erklärte Sand. Ein neuer Höchststand sei in diesem Monat am wahrscheinlichsten. Grund dafür ist die sogenannte Goldene Woche in China Anfang Oktober. Einzelhändler wie Walmart und Amazon versuchen derzeit, ihre Waren noch ‌vor den staatlich verordneten ‌Werksferien aus dem Land verschiffen zu lassen.

Nach Daten des Drewry World Container ⁠Index (WCI) vom Donnerstag kletterten die Preise für kurzfristige Buchungen von Shanghai nach New York im Wochenvergleich um fast 7 Prozent auf 10.394 Dollar pro 40-Fuß-Container. Auch das Forschungsunternehmen ‌Drewry rechnet wegen des Feiertagseffekts mit weiter steigenden Raten. ‌Zu Beginn der Pandemie hatte das Unternehmen auf der Route von Shanghai nach New York Raten von bis zu 16.000 Dollar verzeichnet, als Verbraucher staatliche Hilfsgelder für ‌Möbel, Großbildfernseher und Fitnessgeräte ausgaben. (rtr)

JP Morgan: Ölmarkt wegen Irankrieg nicht mehr prognostizierbar

Die US-Großbank ‌JP Morgan hat nach eigenen Angaben zum ersten Mal seit Beginn des Irankrieges keine klare Prognose mehr für die Ölmärkte. „Wir wissen einfach nicht, wie wir den Ausgang modellieren sollen“, schrieben die Analysten der Bank in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Sechs Monate nach Beginn des Konflikts seien viele wirtschaftliche rote ‌Linien überschritten worden, ohne dass eine Lösung in Sicht sei. Der Ölpreis sei über 100 Dollar pro Barrel gestiegen und die Dieselpreise in den USA hätten vor dem Winter ein Allzeithoch erreicht.

Trotz der massiven Angebotsausfälle von schätzungsweise zehn Millionen Barrel pro Tag ist der Ölpreis jedoch nicht so stark gestiegen wie erwartet. Dies liegt den Analysten zufolge vor allem an einem weltweiten Nachfragerückgang. Die globale Ölnachfrage sei um etwa 4,4 Millionen ‌Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr gesunken. „Indem der Markt viel stärker auf den sinkenden Verbrauch und viel weniger auf den Abbau von Lagerbeständen gesetzt ⁠hat, konnte er eine außergewöhnliche Angebotsunterbrechung ohne einen nachhaltigen Anstieg der Rohölpreise verkraften“, heißt es in dem Bericht.

Die Bank warnt jedoch, dass die Preise im weiteren Jahresverlauf steigen könnten, ‌falls die ‌Lieferunterbrechungen im Nahen Osten andauern. Derzeit gebe es ⁠zwar noch ausreichend Lagerbestände, insbesondere in China, Europa und Japan, die als Puffer dienten. Diese könnten jedoch zur Neige ‌gehen. „Kurz gesagt, es ist noch genug ‌Pulver trocken, um die Preise in Schach zu halten – vorläufig.“ (rtr)

Kanzler Merz telefoniert mit US-Präsident Trump

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und US-Präsident Donald Trump haben am Donnerstag in einem Telefonat über die Anschläge vom 11. September, den Krieg in der Ukraine und die Lage in Nahost gesprochen. Beide hätten an die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA erinnert, die sich in der vergangenen Woche zum 25. Mal gejährt haben, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Der Bundeskanzler habe die besondere Verbundenheit zwischen Deutschen und Amerikanern betont.

Merz und Trump hätten sich zudem über nächste Schritte zur Beendigung des Krieges in der Ukraine ausgetauscht. „Bundeskanzler Merz würdigte die Verabschiedung des Graham-Sanktionsgesetzes durch den Kongress“, teilte Kornelius weiter mit. In den USA hatte nach dem Senat auch das Repräsentantenhaus für das Sanktionsgesetz gestimmt, um Russland wegen des Ukraine-Kriegs stärker unter Druck zu setzen. Das Gesetz war vom unlängst gestorbenen US-Senator Lindsey Graham vorangetrieben worden.

Auch die Lage in der Straße von Hormus und im Roten Meer war den Angaben nach Gegenstand des Gesprächs. Es habe Einigkeit bestanden, dass es einer schnellen Öffnung beider Wasserwege bedarf. Wegen Kritik von Merz an den USA wegen des Irankriegs hatte sich das Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump zuletzt verschlechtert. Auch Zollkonflikte belasten die Beziehungen beider Länder. (dpa)

Bericht: Trump will bei UN Golfstaaten wegen Irankrieg treffen

US-Präsident Donald Trump will laut einem US-Medienbericht am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) in New York am Dienstag Vertreter mehrerer Golfstaaten treffen, um über den Irankrieg zu sprechen. Das Portal Axios schrieb, Trump habe in einem Interview klargemacht, er wolle dieses Gespräch nutzen, um mit Verbündeten in der Region nächste Schritte auszuloten. Axios schrieb, dass die teilnehmenden Staaten bei dem möglichen Treffen Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Katar, Bahrain, Kuwait und Oman seien. Trump hält am Dienstag eine Rede bei den Vereinten Nationen.

Trump über Irankrieg: Große Entscheidung steht an

US-Präsident Donald Trump hat im festgefahrenen Irankrieg eine „große Entscheidung“ angekündigt – ohne dabei zeitlich konkret zu werden. Sie stehe bevor, sagte der Republikaner dem Portal Axios. Es gehe darum, ob es Vernichtung geben werde oder nicht. Wen er genau damit meinte, sagte Trump nicht. Axios bezog das in dem Bericht auf die iranische Führung. Trump hatte in der Vergangenheit in dem Konflikt immer wieder mit Vernichtung gedroht. Die USA und Israel griffen am 28. Februar gemeinsam den Iran an, der mit Gegenangriffen in der Region reagierte. Der Konflikt dauert nun schon fast sieben Monate an.

Iran bestellt wegen Merz-Äußerungen deutschen Botschafter ein

Wegen kritischer Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Regierung in Teheran den deutschen Botschafter im Iran einbestellt. Botschafter Axel Dittmann sei wegen „unangemessener Äußerungen von ranghohen deutschen Regierungsvertretern gegen den Iran“ einbestellt worden, erklärte das iranische Außenministerium am Donnerstag. Außerdem habe es „interventionistische Handlungen“ der deutschen Botschaft in Teheran gegeben.

Merz hatte am Dienstag bei einem Treffen mit dem irakischen Regierungschef Ali al-Saidi in Berlin gefordert, der Iran müsse die Blockade der Straße von Hormus aufheben, sein militärisches Atomprogramm einstellen und seine Unterstützung für bewaffnete Gruppen in der Region beenden. (afp)

Italien erwägt Marinemission zum Schutz von Handelsschiffen

Italien bereitet angesichts wachsender Sicherheitsbedenken in der Meerenge Bab el-Mandeb eine mögliche Marinemission zum Schutz seiner Handelsschifffahrt vor. Er habe die Marine angewiesen, „alles Notwendige“ vorzubereiten, um die sichere Durchfahrt italienischer Schiffe zu gewährleisten, sagt Verteidigungsminister Guido Crosetto. Hintergrund sind Sorgen um die Schifffahrt im Roten Meer, nachdem die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen die Kontrolle über ‌Teile der jemenitischen Küste übernommen haben. Störungen der wichtigen Schifffahrtsrouten würden die Transportkosten in die Höhe treiben, Lieferungen verzögern und letztlich zu höheren Preisen für Familien und Unternehmen führen, erklärt Crosetto. (rtr)

Nach Ausweisung aus Schweden: Teheran weist seinerseits schwedischen Diplomaten aus

Nach der Ausweisung eines Mitarbeiters der iranischen Botschaft in Stockholm weist Teheran seinerseits einen schwedischen Diplomaten aus. Der schwedische Botschafter sei einbestellt worden, um gegen den „ungerechtfertigten und dem internationalen Recht widersprechenden“ Schritt der schwedischen Regierung zu protestieren, erklärte das iranische Außenministerium am Donnerstag. Der Schwede habe 48 Stunden Zeit, das Land zu verlassen.

Schweden hatte am Mittwoch mitgeteilt, den iranischen Botschafter einbestellt und die Ausweisung eines Mitarbeiters der diplomatischen Vertretung angeordnet zu haben. Stockholm begründete die Ausweisung mit „Aktivitäten, die die Sicherheit in und von Schweden gefährden und sich sowohl gegen iranische Regimegegner als auch gegen jüdische und israelische Interessen in unserem Land richten“. Der Iran bezeichnete die Vorwürfe als „unbegründet“.

Der schwedische Geheimdienst hatte den Iran bereits im Mai beschuldigt, schwedische Bandenmitglieder für „Gewalttaten“ gegen israelische Einrichtungen zu rekrutieren – nach mehreren Vorfällen in der Nähe der israelischen Botschaft in Stockholm. Teheran wies die Anschuldigungen damals zurück. (afp)

Huthi-Anführer: Bericht über Angriff auf Mekka „abscheuliche Lüge“

Der Anführer der Huthi-Miliz im Jemen hat Angaben Saudi-Arabiens über einen versuchten Drohnenangriff seiner Kämpfer auf Mekka, die heiligste Stadt des Islam, entschieden zurückgewiesen. Dies sei eine „absolut abscheuliche Lüge“, sagte Abdul Malik al-Huthi am Donnerstag in einer Fernsehansprache. Er rief für Freitag zu Massenprotesten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa und anderen von den Huthi kontrollierten Regionen des Landes auf, um Unterstützung für den Schutz heiliger Stätten zu bekunden.

Außerdem sollten die Huthi-Anhänger dagegen demonstrieren, dass Saudi-Arabien eine Blockade gegen den Jemen verhängt habe. Zuletzt hatten die Huthi mehrere Energieanlagen in Saudi-Arabien und Schiffe im Roten Meer angegriffen. Am Mittwoch hatte das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnisses, das im Jemen an der Seite der international anerkannten Regierung gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kämpft, mitgeteilt, es habe eine Drohne nahe Mekka abgefangen. Am Donnerstag teilte der saudische Zivlschutz mit, durch herabgefallene Drohnentrümmer sei ein Mensch getötet worden. (ap)

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