piwik no script img

+++ Nachrichten im Irankrieg +++Sorgen um die Ölversorgung

Nach der Schließung einer saudischen Ölpipeline wachsen die Sorgen um die Energieversorgung. Die Huthis haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt.

Iran: Handelsschiff vor Südküste des Landes getroffen

Ein iranisches Handelsschiff ‌ist vor der Südküste des Iran getroffen worden. Dabei ist eine Person ums Leben gekommen, wie staatliche Medien unter Berufung auf den Gouverneur des Bezirks Qeschm berichten. Drei weitere Menschen seien ‌verletzt worden. (rtr)

Huthis verstärken nach Vormarsch im Jemen Angriffe gegen Saudi-Arabien

Nach ihrem Vormarsch im Bürgerkriegsland Jemen haben die pro-iranischen Huthis auch ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt. Die mit dem Iran verbündete Miliz habe einen Armeestützpunkt im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen angegriffen, erklärte der Huthi-Militärsprecher Jahja Saree am Sonntag im Onlinedienst X. Die jemenitischen Regierungstruppen meldeten derweil Angriffe auf Huthi-Stellungen im Südwesten des Jemen. Rund 1.400 Menschen flohen vor den Kämpfen ins benachbarte Dschibuti.

Die Huthi-Miliz hatte in den vergangenen Tagen einen groß angelegten Vorstoß unternommen und bei Kämpfen gegen Jemens Regierungstruppen die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer erobert. Nach Angaben der jemenitischen Regierung kontrolliert die Miliz nun die für den Welthandel wichtige Meerenge Bab al-Mandab, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet.

Der Angriff auf den saudi-arabischen Stützpunkt Scharurah habe „Waffendepots sowie Kommando- und Kontrollzentren“ gegolten, erklärte Huthi-Sprecher Saree. Wann der Angriff genau erfolgte, teilte er zunächst nicht mit.

Die Huthis kontrollieren bereits weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Die Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither saudi-arabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich angegriffen. Saudi-Arabien unterstützt Jemens Regierung in ihrem Kampf gegen die Huthis.

Der Golfstaat reagierte seinerseits mit zahlreichen Luftangriffen, wobei nach Huthi-Angaben der Flughafen der Hafenstadt Mokka getroffen wurde. Die Huthis hatten zuvor auch Mokka unter ihre Kontrolle gebracht. (afp)

Angriff in Straße von Hormus schürt Sorgen um Ölversorgung

Nach einem Angriff ‌auf ein Schiff in ‌der Straße von Hormus und der Schließung einer wichtigen saudischen Ölpipeline wachsen die Sorgen um die Energieversorgung. Die britische Seehandelsorganisation (UKMTO) teilte mit, ihr sei gemeldet worden, dass ein Projektil ein Schiff in der Meerenge getroffen habe. Das Ausmaß des Schadens und der Zustand der Besatzung waren demnach zunächst unbekannt. Die anhaltenden Angriffe im sich ausweitenden Nahostkonflikt könnten die Energiepreise weiter in die Höhe treiben. In der vergangenen Woche war der Preis für die ‌Rohölsorte Brent wieder über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen.

Der Vorfall ereignete sich, einen Tag nachdem Saudi-Arabien mitgeteilt hatte, seine Ost-West-Pipeline vorsorglich vorübergehend geschlossen zu haben. Grund war ein Drohnenangriff, der nach Angaben von Bagdad und Riad vom Irak ausging, wo von Iran unterstützte Milizen operieren. Die 1.200 Kilometer lange Pipeline war in den vergangenen sechs Monaten die Hauptroute für die weltweite Ölversorgung aus dem Nahen Osten, da die Straße von Hormus kriegsbedingt weitgehend geschlossen war. Sie transportierte vier bis fünf Millionen Barrel pro Tag, was vier bis fünf Prozent des weltweiten Angebots entspricht.

US-Präsident Donald Trump sagte, wahrscheinlich sei der Iran für den Angriff auf die Pipeline ‌verantwortlich. Der De-facto-Machthaber Saudi-Arabiens, Kronprinz Mohammed bin Salman, hatte Trump am Donnerstag angerufen und um militärische Hilfe im Kampf gegen die Huthi-Rebellen gebeten, wie drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Washington habe eine direkte ⁠Einmischung jedoch vorerst abgelehnt, aber Unterstützung durch Geheimdienstinformationen zugesagt. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten zuletzt ihre Angriffe ausgeweitet und am Freitag die strategisch wichtige Insel Perim in der Meerenge von Bab al-Mandab erobert. (rtr)

Insider: Straße von Hormus wird vorerst nicht wieder eröffnet

Die iranische Agentur Tasnim zitiert einen iranischen Insider mit den Worten, eine Vereinbarung zwischen dem Iran und Oman sehe zwar keine sofortige Wiederöffnung der Straße von Hormus vor. Sie schaffe aber die Grundlage dafür, dass diese wieder geöffnet werden könnte. Die Vereinbarung sei ein Schritt in Richtung der Ausübung der Souveränität des Iran über die Meerenge. Deren Wiederöffnung hänge vollständig davon ab, dass die USA die Bedingungen Teherans erfüllten. (rtr)

US-Armee: In vergangenen zwei Monaten 100 Schiffe bei Seeblockade iranischer Häfen gestoppt

Die US-Armee hat nach eigenen Angaben im Zuge ihrer Seeblockade iranischer Häfen in den vergangenen zwei Monaten rund 100 Handelsschiffe gestoppt. „Kein einziges Schiff hat die Blockade ohne die Genehmigung der US-Streitkräfte passiert“, erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom am Samstag im Onlinedienst X. Die US-Kräfte konzentrierten sich „weiter voll und ganz auf diese Mission“.

Die USA hatten den Iran vor gut sechs Monaten gemeinsam mit Israel angegriffen. Teheran blockiert seitdem faktisch die für den Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus, im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen. Teheran greift zudem regelmäßig US-Stützpunkte und Energieinfrastruktur in den mit den USA verbündeten Golfstaaten an. Die Ölpreise stiegen in der Folge weltweit massiv an.

In dieser Woche hatten beide Seiten ihre Angriffe erneut verstärkt. Die USA beschossen mehrere iranische Öltanker. Der Iran verstärkte daraufhin seine Angriffe auf US-Ziele in der Golfregion und beschoss am Mittwoch nach eigenen Angaben 20 Schiffe bei deren Versuch, die Straße von Hormus zu durchqueren. Die Märkte gehen nun davon aus, dass die Meerenge für längere Zeit de facto unpassierbar bleiben wird. (afp)

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare