+++ Corona News vom 3. Mai +++: Italien lockert Ausgangssperre

Am Samstag hat Spanien die strikte Ausgangssperre gelockert. Ab Montag gelten auch in Italien, wo es mehr als 29.000 Tote gibt, neue Regelungen.

Heiko Maas im leeren Sitzungssaal mit Mappe unter dem Arm.

Hier ist bald vermutlich wieder mehr los: Der Trevi-Brunnen in Rom Foto: Alessandra Tarantino/ap

Nach Spanien lockert Italien am Montag die Ausgangssperre

Angesichts zunehmender Anzeichen, dass die Corona-Pandemie ihren Höhepunkt überschritten hat, bereiten sich weitere Länder in Europa auf eine Lockerung ihrer Restriktionen vor. Nach Spanien endet am Montag auch in Italien die seit Wochen andauernde drastische Ausgangssperre. Spaziergänge in Parks sowie Verwandtenbesuche sind dann wieder erlaubt, Restaurants dürfen Essen zum Abholen verkaufen und weitere Geschäfte öffnen. Doch sorgen unklare Kriterien für Verwirrung.

In Spanien, dem mit über 25.000 Toten am drittstärksten betroffenen Land in Europa, wurde bereits am Samstag die Ausgangssperre gelockert. Erstmals seit sieben Wochen durften die Menschen ihre Häuser für Sport im Freien und Spaziergänge verlassen.

Die kleinen Fluchten sind allerdings strikt reglementiert: Unter anderem gibt es unterschiedliche Zeitfenster, zu denen Senioren über 70 Jahre, Kinder oder Jugendliche und Erwachsene ihr Zuhause verlassen dürfen. Zudem gilt ab Montag in allen öffentlichen Verkehrsmitteln Maskenpflicht.

In Italien, das mit fast 29.000 Toten die höchste Opferzahl in Europa zu beklagen hat, gilt seit dem 9. März eine strikte Ausgangssperre. Diese wird am Montag erstmals teilweise gelockert. Allerdings haben neben der Zentralregierung auch die einzelnen Regionen Regelungen erlassen – und auch Rom musste immer wieder ungenaue Anweisungen nachbessern.

Bei vielen Italienern sorgte dies noch am Sonntag für Konfusion und Kritik. „Ich hoffe, die Zeitungen werden für Klarheit sorgen“, sagte der 53-jährige Pietro Garlanti. „Ich will mit meiner alten Mutter ans Meer, aber darf ich das?“

Tatsächlich öffnet Ligurien seine Strände, in der Region Emilia-Romagna bleiben sie gesperrt. Die Region Marken wiederum lässt nur Spaziergänge am Strand zu. Allgemein dürfen die Italiener weiterhin ihre Heimatregion nicht verlassen. Unterdessen sind in Venetien und Kalabrien Bars und Restaurants mit Terrassen bereits wieder geöffnet. (afp)

Wunsch nach Klärung des Pandemie-Ursprungs

Bundesaußenminister Heiko Maas ruft China zu Transparenz in der Coronakrise auf. „Die ganze Welt hat ein Interesse, dass der genaue Ursprung des Virus geklärt wird“, sagt der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Fundierte Antworten darauf muss aber die Wissenschaft geben, nicht die Politik. China kann hier unter Beweis stellen, wie transparent es mit dem Virus tatsächlich umgehen will.“ (rtr)

Vor allem die USA und China streiten über die Herkunft des neuartigen Coronavirus. Den chinesischen Behörden zufolge ging das Coronavirus von einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen über. Seit längerem gibt es aber Spekulationen, das Virus könnte in einem Labor in Wuhan entstanden sein. US-Präsident Donald Trump hatte diese Spekulationen jüngst befeuert. China selbst bestreitet die Vorwürfe vehement.

Neben den USA verlangen auch eine Reihe weiterer Staaten von China mehr Transparenz über den Ursprung der Pandemie. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte am Freitag, sie wolle sich an den Ermittlungen zum Ursprung des Coronavirus in China beteiligen. (afp)

190 Euro statt Quarantäne

Der Flughafen Wien bietet ab Montag Coronavirus-Tests an, um die bei Einreise in Österreich sonst übliche 14-tägige Quarantäne zu vermeiden. Passagiere können bei Ankunft für 190 Euro auf das Virus getestet werden, teilt der Flughafen mit. Das Ergebnis soll innerhalb von zwei bis drei Stunden vorliegen. Sollte es negativ ausfallen, ist keine Quarantäne notwendig. Bislang müssen Einreisende entweder einen negativen Corona-Befund vorweisen, der nicht älter als vier Tage ist, oder sich für zwei Wochen isolieren.

Internationale Zusammenarbeit bei Impfstoff-Entwicklung

Vor einer Geberkonferenz haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Staats- und Regierungschefs hinter einen Spendenaufruf der EU-Kommission zur Sammlung von 7,5 Milliarden Euro vor allem für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das neuartige Coronavirus gestellt. „Wir werden alle unsere eigenen Zusagen auf den Tisch legen“, schrieben Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte und Norwegens Regierungschefin Erna Solberg.

„Die Mittel, die wir mobilisieren, werden eine beispiellose globale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Regulierungsbehörden, Industrie und Regierungen, internationalen Organisationen, Stiftungen und Vertretern des Gesundheitswesens in Gang setzen“, kündigten sie in dem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom Samstag an, dem sich auch EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen anschlossen.

Die EU-Kommission hat für Montag eine internationale Online-Geberkonferenz einberufen, bei der ein finanzieller Grundstock von 7,5 Milliarden Euro zusammenkommen soll, um Diagnostik, Prävention und Behandlungsmethoden der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 zu erforschen. Im Zentrum steht die Entwicklung eines Impfstoffs, der für alle Menschen zugänglich sein soll.

Das Geld soll in erster Linie an anerkannte globale Gesundheitsorganisationen fließen, darunter die internationalen Impfstoffallianzen Cepi und Gavi sowie der Globale Fonds und die Initiative Unitaid.

Es gehe darum, „wie wir für alle Menschen auf der Welt Impfstoffe entwickeln, Medikamente und gute Diagnosemöglichkeiten bereitstellen“, sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. „Heute fehlen für die Entwicklung eines Impfstoffes noch geschätzt etwa acht Milliarden Euro“, mahnte die Kanzlerin. Deshalb sei es wichtig, dass sich jetzt ein großes Bündnis dieser Arbeit verpflichte.

„Deutschland wird sich mit einem deutlichen finanziellen Beitrag beteiligen“, kündigte Merkel an, ohne Zahlen zu nennen. Wichtig sei, „dass ein Impfstoff allen Menschen zugutekommt, wenn er einmal entwickelt wurde“, hob die Kanzlerin hervor. Daher müssten diese in großen Mengen produziert werden können. (afp)

Weltweit mehr als 243.000 Corona-Todesfälle

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist weltweit auf mehr als 243.000 gestiegen. Wie am Sonntag eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben ergab, starben rund um den Globus mindestens 243.637 Infizierte. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg weltweit auf mehr als 3,4 Millionen. Die USA sind mit mehr als 1,1 Millionen Infektions- und 66.385 Todesfällen weiterhin das am stärksten betroffene Land.

Europa ist mit mehr als 1,5 Millionen Fällen und mehr als 142.611 Toten nach wie vor der am stärksten betroffene Kontinent. Die zweitmeisten Corona-Toten wurden in Italien verzeichnet. Die Opferzahl liegt dort bei 28.710. In Großbritannien starben inzwischen 28.131 Infizierte. In Spanien starben 25.264 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus, in Frankreich gibt es 24.760 Tote.

Experten gehen davon aus, dass die offiziell bestätigten Zahlen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Infektionsfälle abbilden, da auch in vielen europäischen Ländern nur begrenzte Testkapazitäten bestehen. (afp)

Kein bestätigter Corona-Fall bei Hertha und Union

Erste Corona-Testreihen brachten bei Hertha BSC und dem 1. FC Union die erhofften negativen Ergebnisse. Einen akuten Coronavirus-Fall gibt es bei den Berliner Fußball-Bundesligisten im Gegensatz zum Liga-Rivalen 1. FC Köln nicht. Nun geht bei beiden Hauptstadt-Clubs das bange Warten auf Mittwoch weiter. Mit großer Spannung blickt man der Sitzung von Bundesregierung und Ministerpräsidenten entgegen.

Erst nach dem erhofften Signal der Politik für eine Saison-Fortsetzung noch im Mai würden bei Union auch die Planungen für den Einstieg ins Mannschaftstraining forciert, hieß es am Sonntag auf Nachfrage. Bei Hertha hält man sich diesen vieldiskutierten Schritt noch komplett offen – die letzte Entscheidung liegt ohnehin bei den Gesundheitsämtern. Bis dahin wird der Trainingsbetrieb von Chefcoach Bruno Labbadia und seinem Stab in den erprobten Achter-Gruppen fortgeführt.

Am Montag werden am Olympia-Gelände und An der Alten Försterei zudem die nächsten Testreihen gestartet. Die flächendeckenden Corona-Tests gehören zum Sicherheits- und Hygienekonzept, das die Deutsche Fußball Liga für die erhoffte Fortsetzung des Spielbetriebs erstellt hat. Vor einer Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings sollen zwei Tests erfolgen, damit eine Ansteckung im Training verhindert werden kann.

Liga-Konkurrent RB Leipzig hatte keine Testergebnisse veröffentlicht, dafür aber am Freitag mit der Ankündigung durch Geschäftsführer Oliver Mintzlaff für Aufsehen gesorgt, bei entsprechender Genehmigung des Gesundheitsamtes schon am Dienstag das Training von Kleingruppen auf die gesamte Mannschaft ausweiten zu wollen.

Beim 1. FC Köln waren bei der ersten Testung zwei Profis und ein Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet worden und müssen in Quarantäne. Diverse andere Bundesligisten berichteten bisher von ausschließlich negativen Tests. (dpa)

Reproduktionszahl in Schweden unter 1

Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen geht nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde in Schweden zurück. Der schwedische Staatsepidemiologe Anders Tegnell bestätigte im Gespräch mit dem Sender SVT, dass die sogenannte Reproduktionszahl seit einigen Tagen unter 1,0 liege. Dies besagt, dass ein mit dem neuartigen Coronavirus infizierter Schwede durchschnittlich weniger als einen weiteren Schweden ansteckt. „Das bedeutet, dass die Pandemie allmählich abebben wird“, erklärte Tegnell am späten Freitagabend in dem Sender.

Schweden geht im Kampf gegen die Corona-Krise einen international beachteten Sonderweg. Im Vergleich zu den meisten anderen Ländern hat das skandinavische Land mit lockereren Maßnahmen auf die Pandemie reagiert, Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen wurden zum Beispiel niemals geschlossen. Vielmehr appelliert es an die Vernunft der Bürger, damit diese Abstand halten und die Corona-Verbreitung somit abgebremst werden kann. Verglichen mit dem Rest Skandinaviens haben die Schweden jedoch relativ viele Infektions- und Todesfälle: Bis Samstagvormittag wurden mehr als 22.000 Infektionen und mehr als 2.650 Tote mit Covid-19-Erkrankung erfasst. (dpa)

Schulen in Israel öffnen für einige Klassen

Israel hat in der Corona-Krise mit der schrittweisen Öffnung der Schulen begonnen. An den Grundschulen wurden am Sonntag die ersten bis dritten Klassen geöffnet, wie das Erziehungsministerium mitteilte. Außerdem werden die Schüler der beiden höchsten Klassen in Israel – 11. und 12. – vor anstehenden Abiturprüfungen wieder in der Schule unterrichtet.

Den offiziellen Vorgaben zufolge dürfen sich nur bis zu 17 Schüler in einer Klasse aufhalten. Eltern und Lehrer müssen vor dem Unterricht eine Gesundheitserklärung unterzeichnen, am Schuleingang wird außerdem Fieber gemessen. Masken müssen die Schüler nur auf dem Schulweg und in den Pausen tragen. An jedem Tisch im Klassenraum soll nur ein Kind sitzen und es soll ein Sicherheitsabstand eingehalten werden.

Israel hatte im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus zeitweise strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt. Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, aber auch Gebetshäuser, wurden geschlossen. Die Menschen durften sich ohne besonderen Grund nicht mehr als 100 Meter von zuhause entfernen. Zuletzt wurden die Beschränkungen schrittweise gelockert.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 16.193 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 9.634 sind wieder genesen. 230 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. (dpa)

Sonderzulassung für Remdesivir in den USA

Das antivirale Mittel Remdesivir hat in den USA eine Sonderzulassung für die Behandlung von Coronavirus-Patienten erhalten. Die Arzneimittelbehörde FDA stellte am Freitag eine Notfall-Genehmigung für den Einsatz des Wirkstoffs gegen die Lungenkrankheit Covid-19 aus, wie US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus ankündigte. Zuvor hatte eine klinische Studie laut vorläufigen Ergebnissen gezeigt, dass Remdesivir die Genesungsdauer von Corona-Patienten verkürzt.

Laut FDA darf das vom US-Pharmakonzern Gilead hergestellte Mittel fortan bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt werden, die im Krankenhaus wegen einer schweren Covid-19-Erkrankung behandelt werden. Von einer schweren Erkrankung spricht die FDA bei einem geringen Sauerstoffgehalt im Blut und der Notwendigkeit einer Sauerstofftherapie oder eines Beatmungsgeräts.

Die Behörde betonte, es gebe bislang nur „begrenzte Informationen“ über Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments bei der Behandlung der Lungenerkrankung, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird. Sie verwies aber auf die klinische Studie zur verkürzten Behandlungsdauer von Covid-Patienten.

Die USA sind weltweit das Land mit den meisten Todesfällen: Am Freitag stieg die Zahl auf mehr als 64.700, wie die Johns Hopkins Universität in Baltimore mitteilte. Zentrum der Epidemie bleibt die Stadt New York. Dort werden weiterhin täglich knapp tausend neue Krankenhauspatienten gezählt, auch wenn die Zahl der Todesopfer rückläufig ist. (afp)

Kulturtafel Lübeck bringt Kultur nach Hause

Wegen der Corona-Pandemie ruht der Kulturbetrieb seit Wochen. Stattdessen verlagert er sich an vielen Stellen in die Sozialen Medien. Doch längst nicht jeder hat die Möglichkeit, diese virtuellen Angebote zu nutzen. Die Lübecker Kulturtafel organisiert deshalb sogenannte Türschwellenkonzerte für ältere und bedürftige Menschen. Dadurch wolle man ein Zeichen setzen und den digital Abgeschnittenen der Gesellschaft zeigen, dass sie nicht vergessen seien, sagte die Geschäftsführerin der Kulturtafel, Kristin Goddemeyer. Der Verein hat seit Beginn seiner Arbeit im Mai 2017 nach eigenen Angaben rund 13 000 gespendete Karten für Kulturveranstaltungen an ältere oder bedürftige Nutzer vermittelt. (dpa)

Besatzung von Tui-Kreuzfahrtschiff wird getestet

Das Tourismus-Unternehmen Tui Cruises lässt nach einem bestätigten Corona-Fall auf dem in Cuxhaven liegenden Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“ nun die gesamte Besatzung testen. Die Ergebnisse sollen frühestens Montagabend vorliegen, teilte eine Sprecherin am Sonntag mit. Das infizierte Besatzungsmitglied zeige nur milde Symptome, sei inzwischen auf der Isolierstation des Helios-Klinikums Cuxhaven und „wohlauf“, hieß es.

Das Schiff, das derzeit als eine Art Sammeltransporter für knapp 3.000 Beschäftigte eingesetzt wird, war am Freitag unter Quarantäne gestellt worden. 15 Mitarbeiter hatten sich laut Tui Cruises nach dem Anlaufen in Cuxhaven mit „leichten grippeähnlichen Symptomen“ an das Bordhospital gewandt. Das Gesundheitsamt und der hafenärztlichen Dienst des Kreises Cuxhaven ordneten daraufhin Corona-Tests an – dabei zeigte sich das eine positive Resultat.

Bei zunächst 229 zusätzlich getesteten Besatzungsmitgliedern fiel der Test negativ aus. „Um eine weitere Ansteckung auszuschließen, hat Tui Cruises mit den Behörden abgestimmt, nun die gesamte restliche Besatzung zu testen“, erklärte das Unternehmen. Insgesamt seien derzeit 2899 Crew-Mitglieder an Bord, die nun von einem „Abstrich-Team“ untersucht würden. (dpa)

Heiko Maas bekräftigt Reisewarnung

Bundesaußenminister Heiko Maas bekräftigt seine Warnung vor einer voreiligen Wiederaufnahme des Reiseverkehrs. „Wenn Leute nicht nur wieder ins Ausland fliegen können, sondern auch mit hinreichender Sicherheit zurückkommen, dann können wir die Reisewarnung schrittweise zurückfahren“, sagte der SPD-Politiker. „Es darf dabei aber keine Schnellschüsse geben. Wir können und werden im Sommer nicht noch einmal eine Viertelmillion Menschen aus dem Urlaub zurückholen.“ Maas stellte aber in Aussicht, die Reisewarnung für einige Länder schneller zurückzunehmen als für andere. Manche Staaten konnten den Ausbruch früh durch drastische Maßnahmen eindämmen und fürchten, sich das Virus wieder ins Land zu holen, wenn sie die Grenzen öffnen', sagte er. „Auch deshalb will ich nicht ausschließen, dass es zu differenzierten Lösungen kommt.“ Die Grenzen in Europa dürften ‚keinen Tag länger als nötig‘ geschlossen bleiben, betonte Maas.

In Deutschland ist die Zahl der festgestellten Infektionen um 793 auf 162.496 gestiegen, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle stieg um 74 und liegt jetzt bei 6.649. (rtr)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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