+++ Corona News am 11. April +++: Weniger Tote pro Tag in Spanien

Regierungsmitglieder in Mali verzichten auf ein Monatsgehalt für Corona-Hilfspaket. Iran meldet mehr als 70.000 Infizierte. WHO untersucht Sars-CoV-2-Rückfälle.

Wäscheleinen, an denen Atemschutzmasken aufgehengt werden.

In Spanien sinkt die Zahl der täglichen Corona-Toten Foto: Bernat Armangue/dpa

Zahl der täglichen Corona-Todesfälle in Spanien gesunken

Spanien hat zwischen Freitag und Samstag 510 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 registriert. Das waren nach Angaben der Regierung so wenige wie seit fast drei Wochen nicht. Den Höchststand gab es am 2. April mit 950 Toten. Die Zahl der an einem Tag registrierten Neuinfektionen stieg auf 4.830 nach 4.576 am Tag zuvor. Die tägliche Zuwachsrate registrierter Infektionen sank von mehr als 20 Prozent vor zwei Wochen auf inzwischen drei Prozent.

Insgesamt sind in Spanien 161.852 Virus-Infektionen festgestellt worden. Mehr als 59.000 wurden wieder gesund, 16.353 Erkrankte starben.

Die strengen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sollen wegen ihrer schlimmen Folgen für die Wirtschaft nach dem Willen der Regierung am Montag etwas gelockert werden. Bau- und Fabrikarbeiter sollten nach zwei Wochen wieder an ihre Arbeitsplätze dürfen. Alle anderen Aktivitäten bleiben untersagt. Vor die Tür dürfen die Leute nur, um Medikamente und andere lebenswichtige Dinge einzukaufen. (dpa)

Spahn dehnt Corona-Hilfen auf Zahnärzte und weitere Gesundheitsberufe aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will angesichts der Corona-Krise weitere Teile des Gesundheitswesen finanziell unterstützen. Wegen einbrechender Patientenzahlen sollen nun unter anderem auch Zahnärzte, Physiotherapeuten und Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren profitieren. „Um gut funktionierende Strukturen zu erhalten, werden wir Verluste abfedern und Liquidität sichern“, sagte Spahn.

„Viele Patientinnen und Patienten sind derzeit verständlicherweise zurückhaltend, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen“, erläuterte der Minister. „Therapeuten und Zahnärzten brechen daher die Einnahmen weg.“ Auch Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren bräuchten Unterstützung.

Wie aus einer Übersicht des CDU-Gesundheitsexperten Alexander Krauß hervorgeht, sollen Zahnärzte trotz kräftig gesunkener Patientenzahlen zunächst 90 Prozent der Vergütung aus dem vergangenen Jahr bekommen. Damit soll die Liquidität der Praxen gesichert werden. (afp)

Linken-Politikerin fordert 200 Euro Pandemie-Zuschlag auf Hartz IV

Die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann hat angesichts der Corona-Krise einen Pandemie-Zuschlag von 200 Euro pro Monat auf Hartz IV und Sozialhilfe gefordert. Die Bundestagsabgeordnete begründete in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe ihre Forderung damit, dass derzeit viele Tafeln geschlossen und die Kosten für einige Güter gestiegen seien.

Außerdem müsse die Bundesregierung rückwirkend ab dem 1. März einen monatlichen Zuschuss zum Mittagessen zahlen. „Familien trifft die Corona-Krise doppelt hart: Wer Hartz IV oder Kinderzuschlag bezieht, hat Anspruch auf ein kostenloses Schulmittagessen. Dieses Mittagessen ist aufgrund der Schulschließungen nun weggefallen.“ Das werde voraussichtlich auch nach den Osterferien so bleiben. (dpa)

Über 70.000 Corona-Infektionen im Iran gemeldet

Im Iran haben sich nach Angaben der Behörden inzwischen mehr als 70.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Binnen 24 Stunden wurden 1837 Neuinfektionen gemeldet, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Kianusch Dschahanpur, in Teheran mitteilte. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen stieg demnach auf 70.029. Zugleich wurden nach seinen Angaben 125 neue Corona-Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Toten durch eine Coronavirus-Infektion stieg den Behörden zufolge damit auf 4357. (afp)

Mali kündigt Millionen-Hilfspaket für Betroffene von Corona-Krise an

Die Regierung von Mali hat ein Hilfspaket in Millionenhöhe auf den Weg gebracht, um wegen der Corona-Krise in Not geratene Bürger und Unternehmen zu unterstützen. Präsident Ibrahim Boubacar Keita sagte am Freitag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede, seine Regierung habe 500 Billionen CFA-Francs (760 Millionen Euro) freigegeben. In dem westafrikanischen Land wurden bisher 87 Coronavirus-Infektionen gemeldet, sieben Menschen starben.

Keita betonte, dass die Wirtschaft Malis bereits unter dem jahrelangen Konflikt mit islamistischen Aufständischen leide. Wegen der Corona-Krise stehe der Wirtschaft ein weiterer Schock bevor. Die Regierungsmitglieder seien sich der „Notwendigkeit der Solidarität“ in der Krise bewusst, sagte Keita. Alle Minister würden deshalb für einen Monat auf ihre Gehälter verzichten, er selbst für drei Monate.

Keita kündigte Staatshilfen für private Haushalte bei der Energie- und Lebensmittelversorgung an. Von der Krise betroffenen Unternehmen würden Steuerrabatte gewährt. Auch habe die Regierung im Rahmen des Programms „ein Malier, eine Maske“ 20 Millionen Atemschutzmasken bestellt. Die Regierung erwäge eine Abriegelung der Hauptstadt Bamako, sagte Keita weiter. Die meisten der bisherigen Infektionsfälle wurden in der Millionen-Metropole gemeldet. Für das ganze Land gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre, zudem wurden alle Schulen geschlossen.

Am zweiten Wahlgang der Parlamentswahl am 19. April will die Regierung trotz der Pandemie festhalten. Regulär hätte die Wahl bereits 2018 stattfinden sollen. Wegen Sicherheitsbedenken wurde die Abstimmung jedoch mehrfach verschoben. Seit islamistische Gruppen 2012 die Kontrolle über den Norden des Landes übernommen hatten, kommt Mali nicht zur Ruhe. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Trotz der Präsenz tausender internationaler Soldaten herrschen aber weiter Instabilität und Gewalt. (afp)

WHO untersucht Sars-CoV-2-Rückfälle

In Südkorea sind knapp 100 Menschen erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden, obwohl sie bereits als geheilt gegolten haben. Nun untersucht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) diese Rückfälle. „Wir stehen in enger Verbindung mit unseren klinischen Experten und arbeiten hart daran, mehr Informationen über diese individuellen Fälle zu erhalten.“ Es sei sehr wichtig, dass bei der Beurteilung der Patient*innen der vorgeschriebene Ablauf eingehalten werde. Nach den WHO-Richtlinien kann ein*e Patient*in erst aus dem Krankenhaus entlassen werden, wenn zwei Coronavirus-Tests im Abstand von 24 Stunden negativ ausgefallen sind.

Auch die knapp 100 Patient*innen in Südkorea, die positiv getestet wurden, wurden laut Angaben der Behörden davor eigentlich negativ gestet. Der Direktor des Koreanischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung (KCDC), Joeng Eun Kyeong, erklärte am Freitag, es sei eher wahrscheinlich, dass das Virus „reaktiviert“ worden sei, als dass es sich um Neuinfektionen handele. Vertreter*innen des südkoreanischen Gesundheitswesens sagten, noch sei unklar, was sich hinter diesem Trend verberge. Epidemiologische Untersuchungen würden derzeit fortgesetzt.

Die Frage, ob sich von einer Infektion genesene Menschen erneut am Coronavirus anstecken können, ist von internationaler Bedeutung. Viele Länder setzen darauf, dass von einer Corona-Infektion geheilte Menschen eine Immunität gegen das Virus entwickeln und mit der Zeit ein genügend großer Bevölkerungsteil immun gegen die Krankheit ist, um ein Wiederaufflammen der Pandemie zu verhindern. (rtr)

China bereitet Wiedereröffnung von Schulen vor

Die Schulen in China könnten bis Ende April wieder den Unterricht aufnehmen. Diese Einschätzung gab der Chef der Expertenkommission der Regierung im Kampf gegen das neue Coronavirus, Zhong Nanshan, nach Angaben der Zeitung „Global Times“ vom Samstag. Solange es keine neuen großen Ausbrüche mehr gebe, sei eine Öffnung der Schulen möglich. Bis auf die besonders geschützte Hauptstadt Peking und die schwer betroffene Provinz Hubei haben alle Provinzen und Metropolen bereits konkrete Pläne angekündigt, den Schulbetrieb in den nächsten Wochen wieder aufnehmen zu wollen.

China habe die Krankheit unter Kontrolle gebracht, sehe sich jetzt aber mit dem Risiko durch importierte Infektionen konfrontiert, sagte der Professor. Das Land suche eine vorsichtige Balance zwischen dem Wiederanfahren der Wirtschaft und der Vorbeugung gegen eine „zweite Welle“ durch das Sars-CoV-2-Virus. „Es gibt zwei Methoden, mit einer hoch ansteckenden Krankheit umzugehen: Eine ist Einkapselung und die andere ist Minderung.“ Chinas Regierung habe sich entschieden für Eingrenzung entschieden.

Von den 46 neu gemeldeten Ansteckungen am Samstag waren 42 unter heimkehrenden Chinesen und anderen Reisenden aus dem Ausland. Es gab drei neue Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Chinas offizielle Statistik weist 81.953 Infektionen und 3.339 Tote auf. Allerdings war mehrfach die Erhebung geändert worden. Es wird auch davon ausgegangen, dass bei weitem nicht alle Fälle in der amtlichen Auflistung mitgezählt wurden.

Professor Zhong Nanshan berichtete, dass asymptomatischen Fällen jetzt besondere Aufmerksamkeit geschenkt werde. Solche Personen zeigen keine Symptome, können aber ansteckend sein. 1.092 solche Fälle sind in China gegenwärtig unter Beobachtung. (dpa)

Rekordanstieg von Corona-Todesfällen in den USA

Die USA meldeten am Freitag erneut einen Rekordanstieg bei den Corona-Todesfällen binnen 24 Stunden. Bis Freitag wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mehr als 2000 weitere Todesopfer durch das neuartige Coronavirus registriert, wodurch die Gesamtzahl der Toten in den USA auf mehr als 18.500 stieg. Landesweit wurden zudem mehr als eine halbe Million Infektionsfälle registriert.

Zentrum der Pandemie in den USA ist der Bundesstaat New York, wo bereits mehr als 7800 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion starben. Allein in der gleichnamigen Metropole starben bereits mehr als 5400 Menschen, darunter auch etliche Krankenhaus-Mitarbeiter.

Die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus ist weltweit auf mehr als 100.000 gestiegen. Mit mehr als 70.000 Todesopfern führt Europa die Statistik weiter an, wie eine Berechnung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben ergab. Die USA liegen mit mehr als 18.000 Toten inzwischen gleichauf mit dem schwer betroffenen Italien. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle weltweit stieg auf 1,7 Millionen. (afp)

Ausgehverbot in 31 Städten in der Türkei

Die türkische Regierung hat wegen der Corona-Krise für dieses Wochenende kurzfristig Ausgangsbeschränkungen in 31 Städten verhängt. Das betrifft auch die größte Stadt des Landes, die Millionenmetropole Istanbul, wie Provinz-Gouverneur Ali Yerlikaya am späten Freitagabend in einem Tweet bestätigte. (dpa)

In Argentinien wird die Ausgangssperre in den Großstädten bis zum 27. April verlängert. „Wir haben es geschafft, die Kurve der Neuinfektionen abzuflachen“, sagt Präsident Alberto Fernandez in einer Fernsehansprache. Die Ausgansgsperre war am 20. März verhängt worden. Argentinien meldet bisher 1975 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus und 82 Tote. „Ohne die Ausgangssperre könnten wir jetzt 45.000 Fälle haben“, warnt Fernandez. (rtr)

Zusammenarbeit von Apple und Google bei Corona-App

Apple und Google wollen bei der Entwicklung von Technologien zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zusammenarbeiten. Beide Unternehmen kündigten am Freitag an, gemeinsam eine Technologie zu entwickeln, mit der Handy-Nutzer ein Signal bekommen, wenn sie sich in der Nähe eines Corona-Infizierten aufgehalten haben. Die Firmen, deren Betriebssysteme zusammen auf 99 Prozent aller Smartphones weltweit laufen, könnten mit ihrer ungewöhnlichen Allianz nicht zuletzt den in Europa entwickelten Corona-Tracing-Apps Konkurrenz machen. Apple und Google gaben an, dass sie bereits vor zwei Wochen mit der Arbeit an einer Übermittlungssoftware über Bluetooth-Technik begonnen hätten. Die Technologie soll demnach Mitte Mai verfügbar sein. Beide Konzerne haben auch deshalb eine große Marktmacht, weil sie Apps über ihre Plattformen vertreiben und sie zunächst in ihren Katalog aufnehmen müssen. Mittelfristig wollen sie selbst eine Software für das Corona-Tracing entwickeln, die ohne das Herunterladen von Apps auskomme. (rtr)

Etwas weniger Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in Deutschland ist dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge um 4.133 auf 117.658 gestiegen. Das sind etwas weniger als in den vergangenen Tagen, als es um die etwa 5.000 Neuinfektionen waren. Allerdings wurden zuletzt am Wochenende häufig Fälle zeitlich verzögert gemeldet. Die Zahl der Todesfälle wuchs um 171 auf 2.544. Zugleich legte die Zahl der genesenen Patienten binnen 24 Stunden um 3.530 auf 57.443 zu. (rtr)

USA sagt Italien Hilfe zu

Die USA wird Italien in der Bekämpfung des Coronavirus untestützen. Das gab US-Präsident Donald Trump am späten Freitagabend bekannt. So solle etwa in Italien stationiertes Militärpersonal beim Bau von Feldlazaretten und dem Transport von Lebensmitteln helfen. Nicht an Covid-19 erkrankte italienische Patienten könnten in medizinischen Einrichtungen des US-Militärs behandelt werden. Wirtschaftsminister Wilbur Ross solle zudem US-Unternehmen ermutigen, benötigtes Material wie etwa medizinische Ausrüstung an Italien zu liefern. Mit seiner Hilfe reagiere Washington auf die Bitte der italienischen Regierung.

US-Präsident Donald Trump spricht auf einer Pressekonferenz zum Umgang mit der Coronapandemie.

Mehr Unterstützung trotz eigener Coronakrise: Donald Trump will Italien helfen Foto: Evan Vucci/dpa

Italien hat nach Angaben der amerikanischen Johns Hopkins Universität mit 18.849 bisher die höchste Zahl der Todesopfer infolge der Corona-Pandemie weltweit verzeichnet. Die USA folgen an zweiter Stelle mit 18.758 gemeldeten Todesfällen bis Freitagabend (Ortszeit). (dpa)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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