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08.02.2026 , 11:53 Uhr
Es geht hier um Finanzierungssalden, also reiner Buchhaltung. Sie sind die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben eines Sektors, also die Veränderung des Nettogeldvermögens, dass sich zu Null addiert. Es geht nicht darum, dass ein Sektor den anderen finanziert.
Durch das Sparen der privaten Haushalte wird der Volkswirtschaft Geld entzogen. Es wird mehr produziert als konsumiert. Unternehmen haben gar keinen Grund zu investieren, da die Nachfrage fällt. Sie fangen also selbst an, am Kapitalmarkt Geld anzulegen (also zu sparen). Dieses wird als "Finazialisierung" bezeichnet, was in Abbildung 11 meines links zu sehen ist.
Dieser Prozess führt, wenn keine andere Akteure auftreten, die bereit sind, sich zu verschulden, zu geringen oder negativen Wachstumsraten.
Und das ist genau das, was zur Zeit passiert.
zum Beitrag07.02.2026 , 16:04 Uhr
Nach der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist es logisch zwingend, dass einer Geldvermögensbildung, z.B. durch das Sparen am Kapitalmarkt, eine gleichgroße Geldverschuldung gegenüber stehen muss. Wenn die gesamte Volkswirtschaft in die vier Sektoren private Haushalte, Unternehmen, Staat und Ausland aufgeteilt wird, muß die Summe der Nettovermögensbildung gleich Null sein. Das Sparen des einen Sektors entspricht den Schulden das anderen.
Wenn private Haushalte sparen (z.B. auf dem Kapitalmarkt), dann muss sich ein anderer Sektor (Staat, Ausland oder Unternehmen) verschulden. Unternehmen sind in den letzten 20 Jahren zu Nettosparern geworden und das Ausland hat vielleicht keine Lust mehr sich gegenüber Deutschland weiter zu verschulden (d.h., mehr zu importieren als zu exportieren). So bleibt also nur noch der Staat, der sich dann verschulden muss.
D.h. die kapitalfinanzierte Rente wird wahrscheinlich die Staatsverschuldung in die Höhe treiben.
Siehe Finanzierungssalden: was-ist-geld.de/finanzierungssalden/
zum Beitrag04.02.2026 , 20:01 Uhr
"Wenn die Ü60jährigen nicht so lange arbeiten wollen, dann hätten sie mehr Kinder kriegen müssen...oder sie entscheiden sich dafür, nicht so lange zu leben..."
Oder sie hätten für ein hohes Wachstum der Produktion sorgen müssen, was die über 60 jährigen auch getan haben. Das BIP hat sich in ihrer Lebenszeit mehr als verdoppelt.
Wenn Sie ihn Rente gehen (meinetwegen 2040, das weiß ich natürlich nicht), dann können sie nur das konsumieren, was 2040 produziert wird. Dafür braucht es eine hohe Produktion.
Ob diese mit vielen Arbeitenden oder mit hoher Produktivität erreicht wird, ist zweitrangig.
zum Beitrag29.01.2026 , 17:45 Uhr
Jedes System basiert auf Konsum. Alles was produziert wird, muß auch konsumiert werden.
zum Beitrag26.01.2026 , 15:14 Uhr
Wir befinden uns in einer Konsumkrise. Wenn höhere Löhne bezahlt werden, steigt der Konsum, es wird mehr investiert und das BIP wächst.
Kein Unternehmen investiert wenn die Auftragsbücher Lehr sind.
Das ganze wird Keynesianismus genannt.
zum Beitrag30.12.2025 , 23:22 Uhr
Aber die privaten Haushalte (also wir) bekommen ja Zinsen, wenn sie sparen. Und der Staat (also wir) müssen Zinsen zahlen.
Zinsen sind ein Nullsimmenspiel.
zum Beitrag30.12.2025 , 23:07 Uhr
Ich glaube, das sehen Postkeynsianer anders: wenn private Haushalte sparen (z.B. in Rentenfonds) konsumieren sie weniger als das, was in der Volkswirtschaft produziert wird. Andere Sektoren müssen dieses dann ausgleichen, d.h. sich verschulden.
Dieses funktioniert entweder durch einen Exportüberschuss (hier verschuldet sich das Ausland), oder der Staat verschuldet sich oder die Industrie, indem sie investiert. Die deutsche Industrie gehört allerdings seit etwa 20 Jahren den Sparer:innen.
Somit bleibt, wenn das Ausland keine Lust hat sich weiter zu verschulden, nur noch der Staat. Somit fördern Rentenfonds die Staatsverschuldung.
Alles Gute, Matthias
Hier ein Video zu dem Thema: youtu.be/tb9yEGHmk...i=-VMCWrXu6ynYpepg
zum Beitrag19.10.2025 , 17:24 Uhr
Luxemburg, Schweden
zum Beitrag20.08.2025 , 23:22 Uhr
Das ganze wird MMT genannt (Modern Monetary Theory). Der Ökonom Maurice Höfgen von Surplus ist ein großer Befürworter dieser Theorie. Sie können bei ihm auch einen Onlinekurs hierüber besuchen. Sie müssen diese Theorie nicht mögen, aber es sollte doch erlaubt sein, über unterschiedliche Modelle nachzudenken.
Wie Earth & Fire richtig geschrieben hat, gibt es in dieser Theorie keine Inflation, solange die Kapazität der Wirtschaft nicht überschritten wird.
Ach ja, auch in dieser Theorie sind Schulden und Geldmenge immer gleich.
zum Beitrag