taz🐾lage: Sind Katzen links oder rechts? Ein taz-interner Streit, Folge 2
Gestern haben wir erklärt, warum Katzen links sind. Aber in der taz maunzen bekanntermaßen gern alle durcheinander. Und eine Minderheit der taz-Kollegis hält dagegen und argumentiert: 1. Katzen bilden keine Kollektive, sind nicht mal Gewerkschaftsmitglied und sind sehr wählerisch, gehen aber nicht wählen. 2. Katzen verhalten sich geradezu diktatorisch. „Wenn mensch Despotie, Manipulation, Dreistigkeit, toxischen Individualismus und einen nicht enden wollenden krallenbewehrten Tötungstrieb, der als ‚spielen‘ verharmlost wird, als linke Eigenschaften klassifizieren möchte, dann sind Katzen links“, gibt Manuel S. zu Protokoll. „Allein ihre Trägheit und ihr Hedonismus halten sie vermutlich davon ab, full-blown libertarian zu sein“, stimmt ihm Social-Media-Redakteurin Anna B. zu. Und ergänzt: „Katzen sind nicht links. Aber Linke sind ja auch oft nicht richtig links.“ 3. Katzen verbringen pro Tag allein dreieinhalb Stunden damit, sich zu putzen. Das kann man von Linken nicht gerade sagen. Und sogenannte Säuberungsaktionen sind ja auch eher ein Ding von Nazis. 4. Katzen sind unsolidarisch, findet Marco F., der genervt ist von den vielen weißen Haaren, die seine WG-Katzen verlieren. Deshalb sucht er nun eine neue Mie(t)zwohnung – gar nicht so leicht bei den hohen Neumietpreisen. 5. „Unser Kater war Sozialdarwinist“, offenbart taz-nord-Redakteurin Eiken B. „Für ihn galt das Recht des Stärkeren: Fressen oder gefressen werden.“ Katzen seien für sie deshalb „klar rechts!“. Apropos fressen: Den typischen Reis mit Scheiß, den Linke bei Küfas servieren, würde wohl jede ordentliche Mieze verschmähen. Keine klare Antwort also, und dann bringt tazeins-Redakteur Thomas S. auch noch ein anderes Tier ins Spiel, das sich politisch nicht ganz einordnen lasse: „Pferde. Wegen der Hufeisen.“ Lotte Laloire
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen