stadionverbot, das: Vulgäre Wutausbrüche
Foto: dpa
„Nie wieder Wittmann in Hoffenheim!“, stand auf Hunderten weißen Plakaten, die Hoffenheimer Fans vor der Partie gegen den FC Bayern München in die Höhe reckten. Sie stellten sich hinter das Stadionverbot, das die Vereinsführung gegen den Spielerberater verhängt hatte und das vom Landgericht Heidelberg am Freitagmorgen als unzulässig zurückgewiesen wurde. Prompt schaute sich Wittmann am Samstag die 1:4-Niederlage der Hoffenheimer gegen den deutschen Rekordmeister von seiner gemieteten Stadionloge aus an.
Als „Wichser“ und „Affe“ soll Wittmann Verantwortungsträger des Vereins beschimpft haben. Dass ein Gericht nicht so schnell den Glauben an die Menschheit verliert, wenn es sich mit einer solchen Wortwahl im Fußballkontext befassen muss, verwundert wenig. Lustig ist allerdings die Empörung von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp, der Wittmann freundschaftlich und geschäftlich sehr verbunden ist und ihm so auch eine große Machtposition im Verein verschaffte. Das Stadionverbot für seinen Spezi durch die Klubführung des Bundesligisten war für ihn nichts weniger als eine „große Schweinerei“.
Wegen Hopp-Schmähungen einzelner Fans erhielt einst der Dortmunder Anhang kollektiv Stadionverbot im Kraichgau. Vulgäre Wutausbrüche an sich scheinen für Hopp also kein Problem zu sein. Entscheidend ist, gegen wen sie sich richten. (jok)
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen