: Hinter dem Regenbogenvorhang
52 Seiten? Das Team der frauentaz bestückt die wochentaz des 7. März passend zum feministischen Kampftag
Eine Woche nur frauentaz? Eine gesamte Ausgabe zu einem Frauenleben von der Geburt bis zum Tod? Das gab es noch nie. Überhaupt, eine Art monothematisches Wochenende: auch das gab es noch nie. Kann das klappen – alle Ressortgrenzen über den Haufen zu werfen, um statt in Politik, Zukunft und Gesellschaft in Kategorien wie Kindheit, Jugend und Alter zu denken? Das Layout über Bord schmeißen, die Ausgabe von Grund auf neu denken? Wir wollten es jedenfalls versuchen.
Wir, das sind Nina Apin, Luisa Faust, Katrin Gottschalk, Patricia Hecht, Manuela Heim, Lin Hierse, Stefan Hunglinger, Canset Içpinâr, Matthias Kalle, Mathias Königschulte, Antje Lang-Lendorff, Franziska Schindler, Uta Schleiermacher, Amelie Sittenauer, Luise Strothmann, Sonja Trabandt, Johanna Treblin und Tanja Tricarico. Gesetzt war diese Besetzung keineswegs. Denn die Arbeit an der Ausgabe zum 8. März beginnt jedes Jahr mit etwas sehr Grundlegendem und Neuem: damit, ein Team zusammenzustellen. Von vornherein dabei ist nur die Redakteurin für Geschlechterpolitik, Patricia Hecht. In diesem Jahr kamen gleich zu Beginn noch Inlandsredakteurin Manuela Heim und wochentaz-Politikchefin Tanja Tricarico dazu.
Wer hat sonst Zeit und Lust, sich in diese Ausgabe zum feministischen Kampftag einzubringen und neben seiner sonstigen Arbeit im Haus auch noch eine Sonderausgabe zu wuppen? Mal sind das zwei oder drei Personen – fast ausschließlich Frauen –, mal sind es ein Dutzend. Doch dieses Mal war die Aufgabe noch deutlich größer als sonst.
Ungewöhnlich war zunächst, dass die Ausgabe nicht wie meistens unter der Woche, sondern am Wochenende erscheinen würde, weil der 8. März 2025 ein Samstag ist. Das bedeutet: Die frauentaz würde Teil der wochentaz sein – wahrscheinlich, so dachten wir zunächst, auf einigen Sonderseiten. Doch beim ersten Treffen mit dem Team der wochentaz geschah etwas Zauberhaftes. Es entstand die Idee, eine gesamte Ausgabe zu machen: eben 52 Seiten frauentaz.
Kolleg*innen von Layout- und Fotoredaktion, Berlin-Redaktion, Regie und Kultur, wochentaz und Inland bis zur stellvertretenden Chefredakteurin wählten Ideen, Autor*innen und Bilder aus, gestalteten ein wunderbares Layout und koordinieren all die vielen kleinen Aufgaben, ohne die 52 Printseiten, sehr viele Online-Texte, Podcast, Veranstaltung und Party nicht entstehen. Die umfangreichste frauentaz der taz-Geschichte braucht ein großes Team, bis sie druckreif ist.
Die Ausgabe verhandelt die Frage, wie Geschlecht entsteht, wie feministischer Sex eigentlich geht und was die Lebensmitte zur aufrührendsten und zur besten Zeit macht. Es geht um neugeborene Töchter, beste Freundinnen, Mütter, Nichtmütter und sterbende Mütter, Omas und Auf-keinen-Fall-Omas. Es geht um Liebe, Gewalt, Armut, Geld, Obdachlosigkeit, Konsum, Selbstfindung, ums Kämpfen und ums Loslassen.
Gewackelt hat das ganze Projekt übrigens auch noch einmal: als der Termin für die Neuwahl des Bundestags im Haus stand. Schaffen wir es parallel zur wahltaz, diese voluminöse Ausgabe zu stemmen? Nur ein kurzes Zögern, dann haben wir entschieden, es zu wagen.
Die frauentaz wird schon am 7.März erscheinen – Sie können also damit in den Internationalen Frauentag reinfeiern. Wir feilen bis dahin noch. Diese Woche haben wir auch endlich den Regenbogen-Glitzervorhang in der Redaktion aufgehängt, den wir uns von Anfang an versprochen hatten.
Aus dem Team der frauentaz
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