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Wenn die Rechten im Dorf kein Thema sind

Lunow-­Stolzenhagen

1.185 Ein­woh­ner:i­nnen (Ortsteil Lunow).

Eine lange Tradition hat der Tabakanbau, angeblich auch für die DDR-Marke Juno.

Lunow, an den Oderauen an der Grenze zu Polen gelegen, ist ein Vogelrefugium. Doch das Nachbarland will aus der Oder eine Hauptwasserstraße mit Staustufen machen. Zugezogene und Wochenendberliner starten eine Petition dagegen, aber der Aufruf am Schwarzen Brett beim Edeka wird abgerissen. Der Oderausbau ist kein Thema im Dorf.

Lunow hat einen Fleischer mit Mittagstisch, gegenüber die Kneipe, der Pfarrer wohnt auch nicht weit (mit E-Auto und Photovoltaik). Es gibt eine Allgemeinmedizinerin, einen Veterinärarzt, ein Bewegungszentrum, in dem eine freie Schule entstehen soll. Im Sommer organisieren Frauen ein Café, mit ihren Kuchen bestückt. Beim Edeka-Markt gibt es neuerdings auch Bioprodukte, daneben ist der Getränkefachmarkt und davor die Freiwillige Feuerwehr.

Treffpunkt der Jugend ist die Bushaltestelle, von wo der Bus unter der Woche Schüler hin- und herfährt. Es soll auch eine Kulturscheune im Wald geben, wo sich die Rechten treffen. Bei der letzten Landtagswahl hatte die AfD über 40 Prozent. Zu einem eilig einberufenen „Runden Tisch“ kamen leider nur die, die sowieso nicht AfD gewählt hatten. Ist eben auch kein Thema im Dorf. Claudia Heydebrand

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