piwik no script img

fehler im system

Es wird wieder zerstört. Youtube-Star Rezo, der mit seinen Verrissvideos – unter anderem über die desaströse Klimapolitik der Bundesregierung – vor allem bei den Unionsparteien für Verdruss sorgte, ist zurück.

Pünktlich vor der Wahl hat der blauhaarige Internetpromi ein neues „Zerstörung“-Video veröffentlicht. Dieses Mal geht es um Korruption in der deutschen Politik.

Und auch hier – Überraschung – kommt die Union mit ihren Maskendeals, Jens Spahns 9.999-Euro-Spendendinnern und Philip Amthors Lobbyismusaffäre schlecht weg. Aber auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bekommt in dem knapp 43-minütigen Video wegen Wirecard und ­Cum-Ex sein Fett weg. Wieder hat Rezo gut recherchiert, das fast schon legendäre Quellenverzeichnis ist im neuen Clip 18 Seiten lang. Man kann Rezos Verdienst um die politische Bildung nicht hoch genug schätzen. Bei Cum-Ex und Co dürfte es auch dem durchschnittlichen Zeitungsleser schwerfallen, alle Zusammenhänge zu verstehen.

Rezo bereitet schwer verdauliche Themen für junge Menschen auf und formuliert seine Kritik aus einer dezidiert herrschaftskritischen Perspektive. „Wenn die (Politiker) von mächtigen Unternehmen für irgendwelche Jobs viel Geld bekommen und sich zufällig für deren Interessen einsetzen, dann klingt das nach ’nem Fehler im System“, sagt der Youtuber etwa zum Ende seines Videos. Ein Fehler im System, auf den Rezo nun ein Millionenpublikum aufmerksam macht.

Youtube-Kollege Wolfgang M. Schmidt empfahl sogar, anstelle des letzten Triells der Kanzlerkandidaten lieber Rezos Video zu senden. Nach zahllosen seichten Wahlarenen, Triellen und Vierkämpfen, neigt man dazu, ihm zuzustimmen. (wim)

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen