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Aung San Suu Kyi: Erweiterte Anklage

Myanmars gestürzte Staatsrätin erstmals nach Putsch sichtbar

Gegen Myanmars faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi, die am 1. Februar vom Militär gestürzt wurde, hat ein Gericht am Montag in der Hauptstadt Naypyidaw bei einer Anhörung neue Vorwürfe erhoben. Es war das erste Mal seit dem Putsch, dass die Friedensnobelpreisträgerin öffentlich sichtbar war, wenngleich nur per Video. Laut ihrem Anwalt, der sie bisher nicht sprechen durfte, schien sie gesund. Aung San Suu Kyi stand zunächst in Naypyidaw unter Hausarrest und wurde dann vom Militär an einen unbekannten Ort gebracht. Ihr wurden jetzt „Anstiftung zum Aufruhr“ sowie ein Verstoß gegen das Telekommunika­tionsgesetz vorgeworfen. Zuvor war ihr bereits ein Verstoß gegen Import- und Exportbestimmungen angelastet worden – offenbar wegen Funkgeräten, die bei einer Durchsuchung ihres Hauses gefunden wurden. Außerdem soll sie gegen Coronabestimmungen verstoßen haben. Laut dem Webportal Irrawaddy drohen der 75-Jährigen bis zu neun Jahre Haft. Sie darf dann bei Wahlen nicht kandidieren, was der Hauptzweck der Anklagen sein dürfte. Die Anhörung am Montag fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nachdem am Sonntag mindestens 18 Personen bei Protesten gegen das Militär getötet worden waren, gingen diese am Montag weiter. Gerüchten zufolge flog Putschführer Min Aung Hlaing am Samstagabend nach China. Die Junta äußerte sich dazu nicht. Sven Hansen

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