piwik no script img

Bahn-Nerds im Nirgendwo

Die größten Modelleisenbahnen der Welt stehen im Norden

Das Miniaturwunderland in Hamburg ist die größte Modelleisenbahn der Welt. Ist? Nein, war. Die längste Modellbahn der Welt steht ab Mittwoch rund 60 Kilometer entfernt in Bispingen in der Lüneburger Heide.

Die „Modellbauwelten“ sind neben der Skihalle „Snow Dome“, dem Oldtimer-Museum „Automobile Zeitzeugen“, der „Outdoor Abenteuerwelt“ und dem „Adventure Golf“ ein weiterer Baustein des Abenteuer-Resorts. Nach 14 Monaten Bauzeit öffnen die „Modellbauwelten“ am 1. Juli. Sie sind direkt unter den „Snow Dome“ gebaut, also überdacht, an den Seiten jedoch offen. Mitgebaut haben unter anderem Menschen mit Behinderung aus den Heide-Werkstätten e. V.

Das Motto scheint „Think big“ zu sein: Die Modellbauwelten umfassen 12.000 Quadratmeter, achtmal so viel wie das Miniatur-Wunderland in Hamburg. Die Züge in der Lüneburger Heide sind bis zu 30 Meter lang und fahren auf der eher groben Spur G. In Hamburg fahren die Züge auf der Hobby-Bastler-Spur H0 und sind folglich deutlich kürzer.

Im Miniaturwunderland halten sich zu normalen Zeiten um die 1.000 Bersucher­Innen zeitgleich auf der Ausstellungsfläche auf. Das Miniaturwunderland setzt in der urbanen Umgebung eigene Themenschwerpunkte, mit denen es sich immer wieder in politische und gesellschaftliche Debatten einmischt, etwa mit der Aktion „Sauwohl“ aus dem Juli 2019 oder dem demonstrativen Setzen einer Mauer vor Las Vegas. Am Montag eröffnet die neue Themenwelt mit dem Titel „Kirmes“ – quasi als Ersatz für den ausgefallenen Hamburger Dom. Wegen solcher Neuerungen kommen HamburgerInnen gern immer wieder; neben den Städtetouristen, für die die Minibahn so sehr dazugehört, dass die Stadt sogar erwägt, in das Unternehmen einzusteigen, damit es die ­Coronakrise überlebt.

Können die Modellbauwelten eine Konkurrenz für die Hamburger werden? Sie punkten vor allem mit der Nähe zur A7, sind aber wohl eher etwas für Hardcore-Modellbahn-Nerds.Moritz Klindworth

Mit reinem Gewissen wissen

Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen