: Schutt und Lehm
Firmensitze dm und Alnatura brauchen größere Zentralen, dabei wird auf Nachhaltigkeit gesetzt
Das neue Alnatura-Bürogebäude wird derzeit in Darmstadt nach neuesten ökologischen Standards errichtet. Natürliche und nachwachsende Materialien wie Holz, Lehm und Linoleum kommen dabei zum Tragen – und Schutt von der Großbaustelle Stuttgart 21, der mit Lavaschotter und Lehm gemischt wird.
Augenfällig an dem Neubau wird vor allem die Fassade sein: Sie soll komplett aus Lehm bestehen. Lehm gilt als besonders ökologisch – beim Firmenneubau werden die Wände aus dem Baustoff erstmals gedämmt. Auf dem Gelände sollen ein öffentlich zugänglicher Campus sowie ein Waldorfkindergarten mit rundem Grundriss entstehen, außerdem ein vegetarisches Biorestaurant, Gartenanlagen und sogar ein Bio-Supermarkt.
dm-Gründer Götz W. Werner ist bekennender Anthroposoph, der sein Unternehmen mit ganzheitlichem Verständnis führt. Bei dem Karlsruher Neubau legt er besonderen Wert auf eine naturnahe Gestaltung. Solarzellen auf dem Dach sorgen für Strom, Fernwärme wird nachhaltig und energieeffizient geliefert.
Ein neu angelegter Hügel soll als Schallschutz dienen, und als Ausgleichsmaßnahmen für die versiegelten Flächen sind die Renaturierung benachbarter Regionen sowie Baumpflanzungen geplant. Um die stadträumliche Qualität zu bewahren, soll die Gebäudehöhe so niedrig wie möglich gehalten werden – was sich mit dem Wunsch des Unternehmens nach einer möglichst hierarchiefreien Arbeitswelt deckt.
Während die dm-Zentrale im Frühjahr 2019 eröffnet werden soll, rechnet man bei Alnatura schon ein Jahr früher mit dem Firmenumzug. MB
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen