: Flagge zeigen in Magdeburg
Farbenspiele Kenia- oder Afghanistan-Koalition?
Kenia-Koalition: Da denkt der Wähler gleich an Strand. Klingt gut. Und die Trikolore des ostafrikanischen Landes spiegelt auch sehr genau die Machtverhältnisse in Magdeburg wider. Die CDU oben, die SPD in der Mitte, die Grünen unten. Wobei laut Flaggenkundlern das Grün für Wiesen und Wälder steht (voll öko), das Rot für in Kämpfen vergossenes Blut (Aderlass der SPD) und Schwarz für das Volk steht (Volkspartei CDU).
Doch Obacht! In der Mitte prangen zwei gekreuzte Speere hinter einem Schild. Heißt: In einer Kenia-Koalition geht es mitunter kriegerisch zu. Ganz wichtig sind daher die weißen Streifen. Die symbolisieren den Frieden zwischen Vergangenheit und Zukunft. Nur woher sollen die Schwarzen, Roten und Grünen in Magdeburg jetzt noch Weiße herbekommen?
Fazit: Mit Kenia wird es schwierig für Sachsen-Anhalt.
Afghanistan-Koalition: Da hat der Wähler nicht ganz so angenehme Gedanken, schon weil Afghanistan keine Strände hat. Aber in Kenia gab es auch schon islamistische Anschläge. Das gibt sich also nichts. Schwarz, Rot und Grün liegen hier nebeneinander. Eine Afghanistan-Koalition versteht sich somit als Bündnis gleichberechtigter Partner. Schwarz symbolisiert hier Souveränität (nun denn), Rot Modernität (echt?) und Grün den Islam (hm, aber Grüne sind ja weltoffen). In der Mitte ist ein stabil wirkendes Haus zu sehen, ein gutes Zeichen! (Dass das tatsächlich eine Moschee sein soll, muss man ja niemandem verraten).
Einziges Problem: Kein Land hat in den letzten 140 Jahren so oft die Flagge gewechselt. Ein Afghanistan-Koalition wird daher kaum lange von Bestand sein.
Fazit: Mit Afghanistan wird es auch nichts in Sachsen-Anhalt. GA
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